Donnerstag, 30. Januar 2014

Pandemonium von Lauren Oliver




erschienen im Carlsen Verlag

„Wie bist du rübergekommen?“ „Ich war … ich war nicht allein“, sage ich, „also, eigentlich war es nicht geplant, dass ich allein gehe.“
„Das heißt, du warst mit jemand anderem zusammen?“ Das Mädchen sieht mich erneut durchdringend an, ihre Augen sind fast so dunkel wie ihre Haare. „Mit einer Freundin?“ Ich weiß nicht, wie ich sie verbessern soll. Mit einem Freund. Meinem Geliebten. Das Wort ist mir immer noch fremd und es kommt mir beinahe verwerflich vor, daher schweige ich.
„Was ist passiert?“, fragt sie, etwas sanfter jetzt. „Er…er hat es nicht geschafft.“ (Klappentext)

Der Folgeband von „Delirium“ enthält keine numerierten Kapitel mehr, sondern ist in „jetzt“ und „damals“ eingeteilt. Eine sehr gute Idee. Das Cover gefällt mir auch dieses Mal nicht so besonders. Es ist mir weiterhin zu konfus. Obwohl die Idee mit dem einzelnen Wort gut ist. Hier ist es „Kampf“.

Die frühere Lena gibt es nicht mehr. Sie ist in der Wildnis angekommen – allerdings allein. Ohne Alex. So war das absolut nicht gedacht. Die Wildnis ist ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat, sehr erschreckend. Lena geht es nicht gut, doch sie wird von den Invaliden herzlich aufgenommen. In Raven findet sie so etwas wie eine Freundin. Nach einiger Zeit wird sie unter falscher Identität nach New York geschickt und arbeitet somit für die Widerstandsbewegung. Dort lernt sie Julian kennen, den Sohn des Vorsitzenden der VDFA. Die Bekanntschaft mit Julian kann Lena und den anderen Widerständlern noch sehr nützlich sein. Doch trotz allem kann sie Alex nicht völlig aus ihrem Kopf und ihrem Herzen streichen…


Nachdem sich meine anfängliche Verwirrung im ersten Kapitel gelegt hatte, konnte ich gleich wieder voll ins Geschehen einsteigen. Die Sichtweise mit „jetzt“ und „damals“ gefiel mir sehr gut. Hier sieht man, dass die Bücher nicht alle nach dem gleichen Schema ablaufen müssen. Damit hat sich Lauren Oliver einen großen Gefallen getan.
Lena ist mir nach wie vor sehr sympathisch. Sie hat jedoch eine große Veränderung durchgemacht. War sie in „Delirium“ noch sehr folgsam, ruhig, geradezu unscheinbar ist sie in „Pandemonium“ zu einer Kämpferin geworden. Sie hat ihre Stärken und ihre Schwächen, die auf mich sehr realistisch gewirkt haben. Lena ist bereit, vieles zu riskieren, sie hat ein Ziel vor Augen. Und sie ist dabei, sich vielleicht wieder zu verlieben. Trotz ihres großen Verlustes versucht sie nach vorne zu schauen. Gefiel mir ausgesprochen gut.
Dieser zweite Teil der Trilogie ist wesentlich temporeicher angelegt als der erste Band. Stellenweise konnte ich die Seiten gar nicht schnell genug umblättern! Sehr vermisst habe ich allerdings Lenas Freundin Hana und natürlich Alex. Die Wildnis wird von der Autorin anschaulich dargestellt. Es entstanden bei mir gleich passende Bilder im Kopf. Die neuen Protagonisten wie z.B. Raven und Blue konnte ich sofort in mein Herz schließen. Sie verliehen der ganzen Story etwas Neues und Frisches. Ich erwarte mit Spannung Teil 3!

Lauren Oliver hat mit „Pandemonium“ einen hervorragenden zweiten Teil ihrer Amor-Trilogie geschaffen. Sie überzeugt mit Tempo, sehr emotionalen Momenten (die mich zu Tränen rührten) und klasse Protagonisten. Mit den anders gestalteten Kapiteln erlebt der Leser eine gelungene Abwechslung. Die letzte Seite endet mit einem Cliffhanger, wie er im Buche steht. Da fällt das Warten auf den Abschlussband sehr schwer.
Ich vergebe für „Pandemonium“ die volle Katzenanzahl von 5 sehr guten schwarzen Katzen.


Die Reihe:

Delirium Rezension
Pandemonium
Requiem

Einband: gebunden mit Schutzumschlag
Größe: 15,00 x 22,00cm
Seiten: 352
Alter: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-551-58284-3

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Der erste Band wartet immer noch auf meinem SuB, aber nach deiner Rezi kann ich mich ja dann schon auf die komplette Trio freuen :)

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    1. Ja, ich glaube, Du musst da jetzt wirklich mal ran!!! Wenn alles klappt, kommt morgen auch schon die Rezi zu "Requiem".

      LG

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