Mittwoch, 26. Februar 2014

Wir beide, irgendwann von Jay Asher und Carolyn Mackler



erschienen bei Goldmann

Im Mai 1996 bekommt die sechzehnjährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mit der Hilfe ihres besten Freundes Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später! Geschockt stellt Emma fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Der schüchterne Josh hingegen wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Aber Emma ist nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen, und sie beginnt, die Gegenwart zu verändern. Doch ihr Versuch, Schicksal zu spielen, hat ungeahnte Folgen… (Klappentext)

Das Cover dieses Jugendromans ist schön bunt und wirkt somit sehr fröhlich. Die gesamte Aufmachung ist ein Hingucker im Laden und gefällt mir sehr gut. Das Buch besteht aus 65 relativ kurzen Kapiteln, die abwechselnd aus der Sicht von Emma und Josh erzählt werden. Zudem sind noch die Wochentage aufgeführt, die für eine bessere Orientierung für den Leser sorgen.

Die sechzehnjährige Schülerin Emma bekommt von ihrem Dad einen Computer geschenkt. Mit einer CD-ROM, die sie mit Hilfe ihres Freundes Josh installiert, bekommt sie Zugang zu einer Webseite. Doch diese Webseite gibt es 1996 noch gar nicht! Emma und Josh merken, dass sie im Internet auf ihre Zukunft stoßen, die noch 15 Jahre entfernt ist. Emma führt in der Zukunft kein glückliches Leben, ganz im Gegensatz zu Josh. Emma kommt damit nicht klar und versucht alles, um ihre mögliche Zukunft zu ändern. Doch was beschwört sie damit für Folgen herauf?


Die Idee des Autorenduos fand ich sehr gut. Ein Leben, in dem es noch kein Internet mit der von fast jedem genutzten Seite „Facebook“, ein Leben ohne SMS – für uns heute doch schwer vorstellbar, oder? Wir sind es doch schon so sehr gewohnt, auf all diese technischen Spielereien zurückgreifen zu können, dass wir uns ein Leben ohne Handy und Internet nur noch schwer vorstellen können. Als Leser in diese Retro-Zeit zurückkehren zu können, war absolut etwas Neues für mich und originell angesetzt.
Die Protagonistin Emma war mir leider nicht sehr sympathisch. Sie erweckte den Eindruck, dass nur sie die Zukunft durch Kleinigkeiten ändern könnte. Dadurch kam sie mir sehr rücksichtslos vor. Ihr ist nur ihre Zukunft wichtig, nicht die ihrer Freunde.
Josh war mir zwar sympathisch, aber er wirkte eher unscheinbar und leicht manipulierbar auf mich. Ein Junge ohne viel Rückgrat.
Am interessantesten fand ich die verschiedenen Facebook-Einträge, die sich stets durch Emmas Eingreifen änderten. Die Story und somit den normalen Alltag der Jugendlichen empfand ich als sehr in die Länge gezogen. Stellenweise wirkte die Geschichte auch etwas an den Haaren herbei gezogen. Ich weiß auch nach Beenden des Buches nicht recht, welchem Genre ich „Wir beide, irgendwann“ zuordnen soll.

„Und vielleicht musst du manchmal gegen den Strom schwimmen, um deine Ziele zu erreichen.
Seite 342 (David)

Jay Asher und Caroly Mackler haben eine für mich nicht vollkommen nachvollziehbare Zukunftsvision erschaffen, die seine Längen hatte. Durch den guten Schreibstil ließ sich das Buch gut nebenbei weglesen, aber einen bleibenden Eindruck hat es bei mir leider nicht hinterlassen. Die Umsetzung des Themas war mir nicht ausgereift genug.
Für Jugendliche, die besser in die vorgesehene Zielgruppe passen als ich, ist „Wir beide, irgendwann“ sicherlich ein spannendes und interessantes Zukunftsszenario. Sie werden wahrscheinlich große Augen machen, wie es noch ohne unsere heutigen technischen Spielereien in den Neunzigern zuging.
Daher vergebe ich für dieses Buch leider nur 2 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Jay Asher ist der Autor des weltweiten Bestsellers "Tote Mädchen lügen nicht", der in über 30 Länder verkauft und u.a. für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Seinen neuesten Roman, "Wir beide, irgendwann" verfasste er gemeinsam mit Carolyn Mackler. Er lebt in Kalifornien.

Carolyn Mackler wurde 1973 in New York City geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt. Sie schreibt Kurzgeschichten, Essays und Jugendbücher, für die sie in Amerika mehrfach ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit Jay Asher schrieb sie den Roman „Wir beide, irgendwann“.


Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten
ab 12 Jahren
ISBN 978-3-442-48016-6
Preis: 9,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

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