Sonntag, 2. März 2014

Tote tragen keine Pelzmütze von Karin Baron



erschienen im Kosmos Verlag

Winterferien in Potsdam: Super! Doch statt Kuscheln mit ihrem Freund Jan, Spaziergängen und heißer Schokolade muss Fanny als Babysitter herhalten – und wird dabei unfreiwillig Zeugin eines Verbrechens.

Wo ist das entführte Baby Tessa? Fanny kann das Ermitteln nicht lassen und steckt bald mitten in einem gefährlichen Chaos aus Liebe und Verrat. (Klappentext)

Das Cover dieses Jugendkrimis wirkt sehr eisig durch das teilweise zerbrochene Eis. Der Titel, der in pinkfarbenen Lettern geschrieben ist und die dazu passenden Gummistiefel verleichen dem Cover noch das gewisse Etwas und setzen Akzente. Gefällt mir sehr gut.
Das Buch ist in eine kleine Einleitung, 22 Kapitel und den Epilog unterteilt. Die Story wird in der ersten Person aus Sicht der Protagonistin Fanny erzählt.

Fanny hat unerwartet verlängerte Skiferien von der Schule aus bekommen, da dort gerade eine EHEC-Krise wütet. So verbringt sie die freien Wochen bei ihrer Mutter und deren Lebensgefährten in Potsdam. Endlich kann Fanny auch ihren Freund Jan wiedersehen, der nur einen Katzensprung entfernt in Berlin wohnt. Da die Nachbarin von Fannys Mutter so gut wie alleinerziehend ist und dringend einen Babysitter für ihre zwei Kinder braucht, springt Fanny notgedrungen ein. Geld kann ein Teenager schließlich immer gebrauchen. Doch plötzlich wird Fanny mit einer Kindesentführung konfrontiert, die sie natürlich nicht kalt lässt. Sie beginnt zu ermitteln. Wird sie Baby Tessa wiederfinden können?


Die 16jährige Protagonistin Fanny ist eine spritzig frisch wirkende und witzige Jugendliche, die ihr Herz auf dem rechten Fleck trägt. Nur, dass sie ihre Eltern beim Vornamen nennt, finde ich etwas befremdlich und irritierte mich daher ein wenig. Aber ich glaube, dass ich selten über eine so junge Protagonistin lachen konnte wie in diesem Fall.
Die Story liest sich sehr flüssig und die eingestreuten SMS fand ich sehr gut gewählt. Als Leser muss man einfach immer weiter lesen, um hinter die kleinen Geheimnisse zu kommen und das Rätsel letztendlich lösen zu können. Ich habe mich auch selbst dabei ertappt, dass ich stets überlegte, was es jetzt mit der Entführung auf sich haben könnte und wie die Zusammenhänge sind. Hatte ich lange nicht mehr.
Das Au-Pair-Mädchen Eva ist eine für mich äußerst undurchsichtige Persönlichkeit, die aber trotzdem nicht unsympathisch wirkte. Gerade auch die verschiedenen Dialekte von norddeutsch über berlinerisch und ein ukrainischer Akzent setzten in der Geschichte noch so einige Akzente für mich.

„Es gibt keine Zufälle.“
Seite 65

Toll und vor allem informativ empfand ich die geschichtlichen Elemente, die durch den Job von Fannys Mutter eingestreut werden. Es wirkte zu keiner Zeit zuviel oder zu oberlehrerhaft, eher gut angebracht und wohl dosiert. Die Mischung macht es eben.
Ich fand es auch sehr gut, dass zu den Coverelementen wie Titel und Motiv innerhalb der Story noch ein Bezug hergestellt wird.

Karin Baron konnte mich mit „Tote tragen keine Pelzmütze“ zu fast 100% überzeugen. Einzig die für mich etwas konfuse Auflösung ergibt einen winzigen Punktabzug. Ansonsten hatte ich sehr schöne Lesestunden, was ich bei meiner anfänglichen Skepsis dem Miss Marple Vergleich gegenüber gar nicht gedacht hätte. Nun bin ich sehr froh, in Fannys Welt eingetaucht zu sein und vergebe sehr gute 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Karin Baron (geb. 1958) war Übersetzerin, Redakteurin, und Texterin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Kinder- und Jugendromanen widmete. Erfolgsgeheimnis ihrer Bücher ist ihr frecher und witziger Erzählstil. Nach „Tote essen kein Fast Food“ lässt sie Fanny nun ein zweites Mal ermitteln. Karin Baron lebt mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Töchtern in Hamburg.

ab 12 Jahren
208 Seiten
ISBN 978-3-440-14009-3
Preis: 9,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal recht herzlich beim Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar bedanken!

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