Montag, 17. März 2014

Winter People – Wer die Toten weckt von Jennifer McMahon



erschienen im Ullstein Verlag

Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten zurückzuholen – für sieben Tage, in denen sie von ihrem geliebten Kind Abschied nehmen kann. Doch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Denn manchmal finden die Toten nicht zurück in ihre Welt. Und das Grauen hält Einzug in die Wälder von Vermont… (Klappentext)

Das Cover dieses Thrillers ist ein absoluter Blickfang für mich. Durch das Auge mit der undefinierbaren Reflexion wirkt es kalt und unheimlich. Die Zweige und der Titel sind leicht erhoben, was mir sehr gut gefällt. Die Story spielt überwiegend 1908 und in der Gegenwart.

Gertie ist tot. Wahrscheinlich ermordet. Ihre Mutter Sara kann es nicht begreifen und schon gar nicht verkraften. Sie möchte alles tun, damit sie ihre geliebte Tochter wieder in die Arme schließen kann. Wirklich alles…
Ruthies Mutter ist spurlos verschwunden. Sie und ihre 12 Jahre jüngere Schwester Fawn machen sich auf die Suche nach ihr. Dabei entdecken sie Gegenstände, die sie nicht zuordnen können und decken nach und nach ein uraltes Geheimnis auf, das lieber unentdeckt geblieben wäre…


Anfangs möchte ich erwähnen, dass es sich bei diesem Buch um einen Thriller für Erwachsene mit einem übernatürlichen Touch handelt. Für mich sehr ungewöhnlich, da ich sonst nur noch Jugendbücher lese. Doch die Geschichte zog mich magisch an, so dass ich einen Versuch startete, der mich an meine Belastungsgrenze brachte.
Zuerst verwirrten mich die verschiedenen Zeiten etwas, doch mit der Zeit und gründlicherem Nachlesen kam ich gut in die Geschichte rein. Sehr gut fand ich den Wechsel zwischen 1908 und der Gegenwart. So wurde der Spannungsbogen stets hochgehalten.
Sara ist eine Mutter, wie man sie sich vorstellt. Liebevoll, voller Hingabe für ihr Kind, bereit alles zu tun. Die Verzweiflung, die Sara nach Gerties Tod ereilt, ist vollkommen authentisch dargestellt worden. Diese tiefe Verzweiflung konnte ich als Mutter komplett nachvollziehen. Es gibt sicherlich nichts Schlimmeres, als das eigene Kind zu verlieren… Diese Szenen empfand ich als unheimlich ergreifend und tief erschütternd. Stellenweise hätte ich das Buch aus diesem Grund lieber beiseite gelegt.
Ruthie ist mit 19 Jahren ein sehr selbständiges Mädchen, das ich sympathisch fand. Das plötzliche kümmern müssen um ihre Schwester, bringt sie an ihre Grenzen.
Der Leser lernt die einzelnen Charaktere und ihre Vergangenheit sehr gut kennen, der flüssige Schreibstil trägt sein Übriges dazu bei.

Jennifer McMahon hat mit diesem Thriller eine sehr authentische Geschichte erschaffen, die an Spannung kaum zu überbieten ist. Die einzelnen Zusammenhänge in den verschiedenen Jahren wurden logisch dargestellt und ließen keine Fragen unbeantwortet. Teilweise verspürte ich beim Lesen eine sehr beklemmende und unheimliche Atmosphäre, die mich das Licht heller machen ließ.
Mit „Winter People“ habe ich gemerkt, dass ich doch lieber bei den Jugendbüchern bleibe, kann aber für dieses Buch eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Für alle, die Thriller mit übernatürlichem Touch mögen, sollten sich dieses Buch zulegen.
Ich vergebe die volle Katzenanzahl von 5 schwarzen Katzen.


Jennifer McMahon wuchs in Connecticut auf und schrieb schon als Kind Kurzgeschichten. Bevor sie sich völlig dem Schreiben von Romanen widmete, war sie in der Betreuung seelisch kranker Kinder und Erwachsener tätig. Die Autorin lebt mit ihrem Freund und der gemeinsamen Tochter in Vermont.
www.jennifer-mcmahon.com

Thriller
400 Seiten
ISBN 978-3-548-28609-9
Preis: 14,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich bei Vorablesen und dem Verlag für dieses tolle Exemplar bedanken!

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