Samstag, 12. April 2014

Am Anfang war das Ende von Stefan Casta



erschienen bei Sauerländer

Niemand weiß, wo sie sind. Nicht einmal sie selbst.
An einem Dienstag im November geht die Welt unter. Ein sintflutartiger Regen reißt alles mit sich. Auch Judit und ihre Freunde werden fortgespült. Tagelang treiben sie im schier endlosen Wasser umher, bis sie erschöpft an ein Ufer gelangen. Aber das neue Land ist verwüstet und vergiftet. Verzweifelt kämpfen die vier Freunde ums Überleben. Doch dann entdecken sie etwas, womit sie nicht gerechnet haben: Sie sind nicht allein… (Klappentext)

Das Cover dieses Buches ist sehr schlicht gehalten und zeigt als Motiv aufgeschäumte See. Allein das war für mich schon ein Grund für mich, das Buch lesen zu wollen. Der Titel und Name des Autors nehmen das komplette Cover in Form von sehr großen Buchstaben ein. So fällt einem das Buch schon von Weitem ins Auge, man wird neugierig. Es besteht aus insgesamt 3 verschieden gestalteten Teilen.

Judit und ihre drei Freunde sind am Tag des Weltuntergangs zusammen. Sie überleben die schreckliche Flut. Nach einigen Tagen erreichen sie endlich wieder Land und schöpfen Hoffnung. Aber an Land ist nichts mehr so wie vorher. Keine Menschenseele ist zu sehen, die vier sind noch immer auf sich gestellt. Doch dann machen sie merkwürdige Entdeckungen, für die sie keine Erklärung finden…


Von der ersten Seite an wurde ich bei diesem Buch mitgerissen. Es beginnt schon mit einem sehr interessanten „Vorwort“, das mich noch wesentlich neugieriger auf die ganze Story machte. Durch den oftmals direkten Kontakt von Protagonistin Judit mit dem Leser baut sich sofort eine vertraute Stimmung auf.
Im ersten Teil des Buches schildert Judit ihren normalen Alltag vor der Katastrophe, auf verschiedene Wochentage bezogen. Das Wetter wird stellenweise auch hier schon am Rande erwähnt. Oftmals liest sich das Ganze wie ein Tagebucheintrag oder ein Protokoll. Aber durch die relativ kurzen Kapitel wird der Lesefluss sehr gut am Laufen gehalten. Ebenso durch die Kamera, die im späteren Verlauf der Geschichte dazu kommt, macht sich keine Langeweile breit.
Sehr gut dargestellt fand ich die sich überschlagenden Ereignisse, gepaart mit Judits Todesangst. Es wirkte auf mich unheimlich realistisch und beklemmend. Die Katastrophe selbst und ihr weiterer Überlebenskampf kommt im zweiten Teil zur Geltung. Einige Dinge, wie zum Beispiel sich mit einem Schwein zu unterhalten oder Vergleiche mit Entenhausen zu ziehen, fand ich nun doch etwas merkwürdig und eher gewöhnungsbedürftig, taten der Spannung aber keinerlei Abbruch. Ebenso Judits zeitweise Halluzinationen oder Träume (man weiß es nicht so genau) geben der Story einen zusätzlichen surrealen Touch.
Die Charaktere empfand ich als viel zu blass dargestellt. Sie wurden für mich nicht richtig greifbar. Leider.

Zurück bleibt nur eine riesige Leere, das Vakuum aus Hier und Jetzt in unserer Zeit.
Seite 218

Stefan Casta hat mit „Am Anfang war das Ende“ einen mysteriösen Jugendroman geschrieben, der nicht gerade mit Erklärungen und Auflösungen um sich wirft. Die etwas andere Darstellungsweise und Idee zur Story faszinierten und verwirrten mich gleichermaßen. Ich denke, dass das Ende für jeden frei interpretierbar sein sollte. Wer nicht auf alle Fragen unbedingt eine vorgefertigte Antwort erhalten muss, sich aber trotzdem von der Geschichte berieseln lassen kann, ist hier genau richtig.
Ich vergebe für dieses andersartige Werk 4 von 5 schwarzen Katzen.


Stefan Casta wurde 1949 in Vadstena, Schweden, geboren. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er zunächst als Reporter und Produzent beim Radio und Fernsehen. 2002 erhielt er für sein bisheriges Gesamtwerk den Astrid-Lindgren-Preis.

Empfohlenes Alter: 12-15 Jahre
432 Seiten
ISBN 978-3-7373-5080-8
Preis: 16,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich für dieses tolle Rezensionsexemplar beim Verlag bedanken!

Kommentare:

  1. Hm, blasse Charaktere und kein klärender Hintergrund sind für mich Kriterien, die mich eher abschrecken - obwohl die Story sich wirklich sehr interessant anhört.
    Ich werds mal im Auge behalten :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Ja, es war eben leider nicht rundum perfekt. Aber mich hat es von Anfang an wirklich trotzdem mitgerissen. :)

      LG

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