Montag, 21. April 2014

Der Sommer der Blaubeeren von Mary Simses



erschienen bei Blanvalet

Ein Geheimnis aus der Vergangenheit. Ein Weg in die Zukunft…
Kurz vor ihrer Hochzeit fährt die New Yorker Anwältin Ellen Branford in den abgelegenen Küstenort Beacon, um den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen. Sie soll einen Brief überbringen und hofft, die Angelegenheit schnell erledigen zu können. Doch schon bald ahnt sie, dass sich dahinter viel mehr verbirgt. Denn inmitten von Blaubeerfeldern wartet eine alte Geschichte von Liebe und verlorenen Träumen auf Ellen – die ihr zeigen wird, dass man manchmal all seine Pläne über den Haufen werfen muss, um das wahre Glück zu finden … (Klappentext)

Das Cover des Buches wirkt sommerlich frisch. Durch die Blaubeeren wird das Bild noch perfekt abgerundet. Der Umschlag selbst ist geriffelt, was mal etwas Anderes ist. Bei diesem Buch handelt es sich um eine Klappenbroschur, die im Inneren das Rezept für Blaubeer-Muffins beinhaltet. Eine tolle Idee!
Die Geschichte ist in 20 erfrischende Kapitel und einen Epilog unterteilt. Erzählt wird die Story aus Sicht der Protagonistin Ellen.


Ellen ist Mitte Dreißig, erfolgreiche Anwältin und auf dem Weg, ihrer gerade verstorbenen Großmutter einen Herzenswunsch zu erfüllen. Sie reist in das Dorf Beacon, dem Ort, an dem ihre Großmutter aufgewachsen ist. Vor vielen Jahren aber hat sie Beacon verlassen. Nun hält Ellen einen Brief in ihren Händen, den sie einem alten Freund ihrer Großmutter übergeben soll. Wird Ellen Chet Cumming antreffen? Wird sie erfahren, was ihrer Großmutter so unendlich wichtig am Überbringen dieses Briefes war? Noch ahnt Ellen nicht, dass dieser Kurztrip auch ihr Leben gehörig auf den Kopf stellen wird…

 

Vorab kann ich schon einmal sagen, dass ich dieses Buch einfach nur wunderbar fand. Ich hatte im Grunde keine Erwartungen daran gesetzt und war umso begeisterter. Innerhalb weniger Stunden hatte ich es ausgelesen!
Die Story startet mit einer durchaus etwas witzigen Szene, die dem Leser auf Anhieb einen Draht zur Protagonistin Ellen herstellen lässt. Somit herrscht von Anfang an eine aufgelockerte Atmosphäre.
Ellen mochte ich nicht sehr gerne. Sie ist die typische Karrierefrau, leicht arrogant, ernährt sich nur kalorien- und fettarm und meint, jeder muss auf ihr Fingerschnippsen reagieren. Kein Handyempfang ist eine kleine Katastrophe. Zeitweise hatte ich das dumpfe Gefühl, dass sie sehr auf der Leitung steht und hätte sie am liebsten genommen und durchgeschüttelt. Offensichtliche Erkenntnisse gehen ihr vollkommen ab. Im Laufe der Story wird sie glücklicherweise etwas zugänglicher und bodenständiger. Sehr sympathisch hingegen fand ich ihr Talent für ins Fettnäpfchen treten. Es gibt hier so einige peinliche Momente, die mich zum Schmunzeln brachten.
Roy dagegen ist der einfache Typ mit einer großen Portion Charme. Ihn muss man gleich mögen.
Ellens Mutter Cynthia hat ebenso wie Ellens Großmutter einige Kleinigkeiten aus ihrer Jugend verschwiegen. Man hat das Gefühl, als ob Ellen das Leben leben soll, dass eigentlich gerne von Cynthia gelebt worden wäre.
In der Geschichte geht es natürlich sehr viel um Blaubeeren. Aber auch sonst wird Essen hier sehr groß geschrieben. Man sollte beim Lesen entweder etwas Essbares neben sich haben oder schon gesättigt sein. Ansonsten besteht die Gefahr des Magenknurrens…
Das Überbringen des Briefes und das damit verbundene Lüften einiger Familiengeheimnisse sind nun nicht großartig spektakulär. Trotzdem entstand so eine sehr interessante und emotionale Geschichte aus längst vergangenen Zeiten.
Beacon ist ein wunderbar verträumtes Dörfchen an der Küste, in dem hauptsächlich einfach gestrickte Menschen leben. Sie haben zwar keine großen Hotels mit einem SPA-Bereich oder Business-Center, dafür haben sie aber Menschenkenntnis und Herz. Was sicherlich viel wichtiger im Leben ist als technischer Komfort.

Mary Simses hat mit ihrem Roman „Der Sommer der Blaubeeren“ eine wunderbare Geschichte erschaffen, die mich von Anfang an total eintauchen ließ. Ich hatte das Gefühl, selbst in Beacon zu sein und alles hautnah miterleben zu können. Dieses Buch hat einen unglaublichen Charme und kommt ohne dramatische Ereignisse und Wendungen aus. Die Liebesgeschichte ist dezent gesetzt und besticht durch Gefühle, die tief im Herzen sitzen. Ich kann dieses Buch guten Gewissens an diejenigen weiterempfehlen, die nicht auf viel Herzschmerz und Action aus sind, und stattdessen auch gerne mal die ruhigeren Töne mögen. Ich vergebe an dieser Stelle sehr verdiente 5 von 5 möglichen schwarzen Katzen und beende meine Rezension mit diesem Satz:

Manchmal muss man alles aufgeben, um seine Träume zu leben.
Buchrücken


Mary Simses studierte Journalismus und Jura. Sie arbeitete zunächst als Anwältin und gab sich nur nach Feierabend ihrer Leidenschaft für das Schreiben hin. Bevor sie mit "Der Sommer der Blaubeeren" ihren ersten Roman schrieb, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wird, veröffentlichte sie bereits einige Kurzgeschichten. Gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem Mann, mit dem sie auch eine Anwaltskanzlei betreibt, lebt Mary Simses im Süden Floridas.

416 Seiten
ISBN 978-3-442-38217-0
Preis: 9,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Zu guter Letzt möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag für dieses sehr schöne Rezensionsexemplar bedanken!

Kommentare:

  1. Hallo.. =) Ich habe das Buch richtig verschlungen und fand es richtig Schade das es schon zu ende war. Ich mag solche bücher mit wo orte so schön und genau beschrieben sind, Da kann ich mir Main so richtig vorstellen.. einfach toll.. Liebe Grüsse, Marlene

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    1. Hallo Marlene:)
      Ja, das stimmt, ein wirklich wundervolles Buch, das noch ein paar Seiten mehr hätte haben können!

      LG :)

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