Samstag, 10. Mai 2014

Das göttliche Mädchen von Aimée Carter



erschienen im Mira Verlag

Du kannst das Leben deiner Mutter retten - wenn du als Wintermädchen bestehst!
Sie sind nach Eden gekommen, weil es der Wunsch ihrer sterbenskranken Mutter ist. Hier lernt Kate den attraktiven und stillen Henry kennen. Seit der ersten Begegnung fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen. Er sieht so gut aus und scheint gleichzeitig so ... unendlich traurig zu sein.
Bald erfährt Kate, warum: Er ist Hades, der Gott der Unterwelt! Und er macht ihr ein unglaubliches Angebot: Er wird ihre Mutter heilen, wenn Kate sieben Prüfungen besteht und sein geliebtes Wintermädchen wird. Aber ob ihre Seele für ein Winterleben stark genug ist? Bisher haben alle ihr Scheitern mit dem Tod bezahlt.
(Klappentext)

Das Cover dieses Buches gefällt mir nicht so sehr. Das abgebildetete Mädchen soll sicherlich Protagonistin Kate darstellen. Ihre Pose in dem weissen Kleid auf einem schönen Blätterbett mit den sinnlich geschminkten Lippen empfinde ich als zu erotisch für einen Jugendroman. Andererseits eine gute Anspielung auf die griechischen Götter, die ja eine Rolle spielen. Das Buch besteht aus dem Prolog und 20 göttlichen Kapiteln.

Kates Mutter ist krank. Sie stirbt langsam an Krebs. Seit vier Jahren kümmert sich Kate fast ausschliesslich um ihre Mutter, hat keine Freunde, keinen wirklichen Spass am Leben. Der letzte Wunsch ihrer Mutter ist es, nach Eden zu ziehen, wo Kate ihre Highschool beenden kann. Dort lernt sie Ava kennen. Ein Mädchen, das ihr zugleich unsympathisch ist und sicherlich keine guten Absichten hegt. Doch Ava lädt Kate auf eine Party ein. Nur leider ist das alles vorgetäuscht, und es kommt zu einem tödlichen Unfall. Noch in der selben Nacht lernt Kate den mysteriösen Henry kennen. Sie kann nicht ahnen, wer er wirklich ist und welches verlockende Angebot er ihr für die nächsten sechs Monate machen wird…


Viel erwartet habe ich von diesem Buch ehrlich gesagt nicht. Ich hatte es schon einmal angefangen, dann aber wieder ins Regal gestellt, weil ich zu dem Zeitpunkt nichts damit anfangen konnte. Nun sollte es doch noch zu einem zweiten Versuch kommen – und ich wurde überrascht.
Die Story startet mit einem durchaus interessanten Prolog, der mich gerne weiterlesen ließ. Die Verbindung zur Geschichte wird erst relativ spät offenbart.
Auch die Charaktere gefielen mir recht gut. Kate ist eine starke junge Frau, die die letzten 4 Jahre kein einfaches Leben hatte und sehr zurückgezogen lebte. Sie opfert sich regelrecht auf, um ihre todkranke Mutter so gut es geht zu versorgen. Diese lebt entgegen aller ärztlicher Prognosen schon wesentlich länger als gedacht. Dadurch hat Kate keine Zeit für Jungs oder Partys. Doch sie nimmt ihr Schicksal an. Der Leser merkt ganz deutlich, wie sehr sie ihre Mutter liebt und wie schwer ihr der nahende Abschied fällt.
Ava ist auf den ersten Blick die typische Highschoolzicke, die man nicht leiden kann. Doch sie macht eine entscheidende Wandlung durch, auf die ich hier aber nicht näher eingehen kann. Sie wurde mir jedenfalls immer sympathischer.
Henry ist ein junger gutaussehender Mann, der geheimnisvoll daherkommt. Er wirkt keineswegs unsympathisch, eher etwas unnahbar. Doch auch zu ihm habe ich mit der Zeit einen besseren Draht bekommen. Er wurde mir fast wider Willen sympathischer.
James ist der erste und wahrscheinlich auch echteste Freund von Kate, den sie in Eden kennenlernt. Er ist bemüht, nur ihr Bestes zu wollen, auch wenn dieses nicht ganz in Kates Verstand vordringt. Aber auch dazu kann ich nicht mehr erzählen, ohne zu sehr zu spoilern.
Die Beschreibungen der Autorin sind detailiert, aber nicht zu sehr. Eden Manor wirkt gewaltig und prächtig, doch keinesfalls übertrieben. Der Schreibstil von Aimée Carter lässt sich sehr flüssig lesen. Die Sprache ist passend zur Story und nicht übermässig jugendlich gehalten. Als Leser erfährt man einiges über die griechische Mythologie, aber nicht zu ausschweifend. Gefiel mir sehr gut, denn so konnte man sich ganz auf die Geschichte konzentrieren.
Auch die Idee mit Kates Träumen, die sie in Eden Manor hat, fand ich sehr schön.
Einzig die Frage nach Kates Vater ließ mich sehr im Dunkeln. Ich fand es etwas merkwürdig, dass er nicht wenigstens einmal erwähnt wird. Erst fast am Ende des Buches redet Kate kurz über ihn, was aber auch nicht wirklich aufschlussreich ist.

Aimée Carter hat mit dem ersten Teil ihrer Trilogie einen tollen Auftakt geschrieben, der mir schöne Lesestunden bescherte. Obwohl die Krankheit von Kates Mutter ein sehr schwieriges Thema ist, hinterließ die Story bei mir auch eine gewisse Leichtigkeit. Somit empfinde ich das Buch als gute Lektüre für zwischendurch.
„Das göttliche Mädchen“ ist ein Buch über Schmerz, Abschied und unerwiderte Liebe, aber auch über wahre Liebe, Freundschaft, Kampf und Stärke. Um all dies ranken sich zusätzlich die griechischen Mythen.
Ich vergebe für diesen ersten Teil sehr gute 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen und werde auf jeden Fall die Fortsetzungen lesen.

 Die Reihe:

Das göttliche Mädchen
Die unsterbliche Braut
Der Preis der Ewigkeit

E-Books:

Die vollkommene Kämpferin
Hades und das zwölfte Mädchen

Aimée Carter wurde 1986 in Michigan geboren, wo sie heute noch lebt. Bereits mit 11 Jahren hat sie angefangen, Romane zu schreiben. Sie geht gern ins Kino, spielt mit ihren Hunden und liebt es, jeden Morgen das Kreuzworträtsel in der Zeitung zu lösen.

304 Seiten
ISBN 978-3-86278-326-7
Preis: 9,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

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