Samstag, 3. Mai 2014

Sapphique – Fliehen heißt leben von Catherine Fisher



erschienen bei Penhaligon 

Finn ist aus Incarceron entkommen, doch seine Freunde Keiro und Attia sind noch immer innerhalb der Mauern des lebenden Gefängnisses. In der so genannten Freiheit ist nichts so, wie Finn es erwartet hat – und beinahe zu spät wird ihm bewusst, dass sein Leben noch genauso in Gefahr ist wie während seiner Haft. Keiro und Attia suchen derweil nach Sapphiques Handschuh, mit dem der Legende nach die Flucht aus Incarceron möglich sein soll. Das Gefängnis selbst hat währenddessen für sich einen Körper erschaffen. Denn auch Incarceron will in die Freiheit gelangen, genau wie einst Sapphique – der einzige Gefangene, den Incarceron je geliebt hat. (Klappentext)

Auch das Cover dieses Buches ist wieder wunderschön gestaltet worden. Der Schlüssel ist als Motiv selbstverständlich der Eyecatcher. Drumherum die verschiedenen Blätter und einige Metallketten, alles in einem Dunkelblau und Schwarz gehalten, passen perfekt. Abermals besteht die Geschichte aus fünf Teilen mit insgesamt 35 Kapiteln.

Zwei Monate sind seit Finns Flucht aus Incarceron vergangen. Sein Leben ausserhalb ist nicht so, wie er es sich erträumt hatte. Auch Claudia, die Tochter des Hüters von Incarceron ist unterkühlt zu ihm. Eine große Last liegt auf Finn, da er stets beweisen muss, dass er der angeblich verstorbene Prinz Giles ist. Wird es ihm gelingen? Ist er wirklich ein Prinz?
Keiro und Attia suchen immer noch verzweifelt nach einem Ausgang in Incarceron. Beide fühlen sich von Finn verraten und im Stich gelassen, da er nur sich gerettet hat. Ihre einzige Möglichkeit aus dem Gefängnis zu fliehen ist der sagenumwobene Handschuh von dem legendären Sapphique. Werden sie ihn finden? Werden Keiro und Attia aus Incarceron fliehen können?


Ich habe mich sehr auf diesen Abschlußband der Dilogie gefreut. Vor nicht all zu langer Zeit habe ich Band 1 gelesen und war absolut begeistert! Auch dieses Buch steht dem anderen in nichts nach.

Die Kunst der Magie ist die Kunst der Illusion.
Seite 102

Die Story beginnt sofort sehr magisch, was mich sogleich in die bemerkenswert gestaltete Welt wieder eintauchen ließ. Ich wurde regelrecht ein weiteres Mal gefangen genommen (wie passend zur Story) von den fantasievollen Details – für mich einfach unschlagbar. Die gesamte Story hat erneut eine Faszination auf mich ausgeübt, die ich bisher nur selten in Büchern erlebt habe und kaum beschreiben kann. Wie auch schon im Vorgängerband hat die Autorin sehr großen Wert auf jedes Detail gelegt, ohne zu viele Ausschmückungen gebrauchen zu müssen. Ich hatte jederzeit eine genaue Vorstellung von dem Erzählten. Und wieder einmal bin ich von der genialen Idee, ein Gefängnis lebendig zu gestalten, es reden und agieren zu lassen, komplett begeistert!

Das Gefängnis lachte.
Seite 149

Auch in „Sapphique – Fliehen heißt leben“ werden die ersten Kapitel abwechselnd aus dem Gefängnis und von Ausserhalb erzählt. Im Laufe der Story geht dies fliessend ineinander über. Sehr gut gewählt. Kleine Cliffhanger am Ende eines Absatzes lassen den Leser unwillkürlich immer schneller lesen und nach dem nächsten Abschnitt geradezu lechzen.
Claudia gefiel mir in diesem Teil allerdings gar nicht. Sie wirkte auf mich extrem unterkühlt, arrogant und herrschsüchtig. Kein Vergleich zu Band 1.
Finn wirkte auf mich sehr schwach, innerlich zerrissen, oftmals schon hilflos in seiner neuen Rolle. Er hatte nichts mehr mit dem zielstrebigen und starken jungen Mann gemein, den ich in mein Herz geschlossen hatte.
Attia war ganz klar meine große Sympathieträgerin. Ihre Rolle empfand ich als relativ groß, bedeutender als noch in Teil 1. Sie hat sich in mein Herz geschlichen.
Keiro blieb für mich weiterhin undurchsichtig. Ich konnte ihn immer noch schwer einschätzen, insbesondere was seine Motivation betrifft.
Rix, der Magier/Illusionist ist ebenfalls ein sehr undurchsichtiger Charakter. Der Leser weiß zu keiner Zeit, was echt ist und was Illusion…
Sia, die Königin und Mutter von Caspar ist eine absolut falsche und herrschsüchtige Schlange, die somit unsympathisch daherkommt. Die typische böse Stiefmutter.

Mit dem Abschlussband ihrer Dilogie „Sapphique – Fliehen heißt leben“ konnte mich Catherine Fisher komplett überzeugen. Dieses Buch ist genau wie Band 1 ein Ausbund an Fantasie, Düsternis und vollkommen authentisch wirkenden Charakteren. Die Suche nach dem Handschuh, die Auflösung um Sapphique und Incarceron sind spannende und teilweise erschreckende Offenbarungen, die mich manches Mal regelrecht staunen ließen. Das ganze Geschehen hat einen roten Faden, der zu einer logischen Auflösung führt.
Ich bewundere Catherine Fisher für ihre Fantasie und ihre damit verbundene Umsetzung in Form dieser beiden Bücher. Hut ab!
Selbstverständlich bekommt dieses Buch ebenfalls die volle Katzenanzahl von 5 schwarzen Katzen und den nächsten Satz schreibe ich mir groß an die Wand:

Das Leben ist eine Reihe von Stufen, die wir nach und nach erklimmen, Claudia.
Seite 58/59


Die Dilogie:

Incarceron – Fliehen heißt sterben Rezi
Sapphique – Fliehen heißt leben

Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreibt in Wales.

480 Seiten
ISBN 978-3-7645-3081-5
Preis: 19,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag für dieses einmalige Rezensionsexemplar bedanken!




Kommentare:

  1. Ist es schon draußen? Hab ich garnicht mitbekommen. Teil 1 fand ich schon sehr gut. Dann halte ich mal nach Teil 2 ausschau! Danke für den Post.

    Lg Anna
    www.the-anna-diaries.de

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    1. Hallo Anna!
      Ja, seit letzter Woche ist er schon da. Schnell kaufen gehen;)

      LG

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  2. Tolle Rezi!!!
    Ich freu mich schon richtig drauf! Das erste hat mich ja schon total vom Hocker gerissen, nächste Woche wirds gekauft! :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Dankeschön:) Es wird Dich sicherlich genauso wieder begeistern können! Bin auf Deine Meinung gespannt!

      LG

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