Donnerstag, 12. Juni 2014

Blind Walk von Patricia Schröder



erschienen bei Coppenrath

Als die 17-jährige Lida Donelly zusammen mit ihrem Freund Jesper an einem sogenannten „Blind Walk", einem Event aus dem Internet, teilnimmt, rechnet sie mit nicht mehr als ein bisschen Nervenkitzel. Zusammen mit fünf anderen Jugendlichen werden Lida und Jesper mit verbundenen Augen in der Wildnis ausgesetzt, ausgestattet mit einem Kompass und ein paar wenigen Gegenständen. Doch von Anfang an ist die Stimmung in der Gruppe hochexplosiv.
Die Situation droht zu eskalieren, als die Jugendlichen nach kurzer Zeit die Leiche einer der Männer finden, die sie in den Wald gebracht haben. Lida beschleicht das unheimliche Gefühl, dass sie beobachtet werden. Schon bald wird dieser erste Verdacht zur bösen Gewissheit: Irgendjemand da draußen macht Jagd auf sie. Und der Jäger scheint es dabei vor allem auf sie, Lida, abgesehen zu haben. (Klappentext)

Das Cover dieses Buches ist schon ein Blickfang. Es ist gelblich gehalten mit schwarzen Verästelungen als Motiv. Dadurch strahlt es etwas Mysteriöses aus. Auch ohne Schutzumschlag ist es einfach nur toll: schwarz mit gelben Verästelungen. Tolle Idee!
Das Buch besteht aus 3 Teilen, in denen die einzelnen Kapitel untergebracht sind. Es gibt keine Nummern, sondern es findet ein Wechsel der Orte statt. In jedem neuen Teil findet der Leser das Geäst wieder.

Lida hat ihren Freund Jesper überreden können, sie mit zu seinem Blind Walk zu nehmen. Die beiden und fünf weitere Jugendliche werden mit verbundenen Augen im Wald ausgesetzt. Sie durften weder ein Handy, noch ein Feuerzeug oder sonstige nützliche Dinge mitnehmen und sind praktisch auf sich allein gestellt. Die Stimmung zwischen den Jugendlichen ist sogleich sehr aggressiv. Sie gehen mit Worten und Fäusten aufeinander los. Es dauert nicht lange, bis die Situation eskaliert und sie zu allem Überfluss eine Leiche finden. Zwischen Lida und Jesper stimmt es auch nicht mehr so richtig. Was passiert hier in diesem Wald? Will ihnen jemand etwas Böses? Werden sie jemals lebend wieder nach Hause kommen?


Das Buch startet mit wenigen einleitenden Worten, die sich dem Leser erst später erschließen werden. Ebenso gibt es ein erstes Kapitel im Januar, bevor wir einen Zeitsprung in den August machen, in dem dann der Blind Walk stattfindet. Auch dieses wird sich zum Ende der Story hin aufklären.
Durch die wechselnden Perspektiven empfand ich die Geschichte sehr spannend. Der Teil, der nicht im Wald spielt, greift nach und nach ein sehr ernstes Thema auf. Das lässt der Klappentext in keinster Weise vermuten und überraschte mich sehr.
Von den Charakteren stachen besonders Natascha, Isabel, Lida und Jesper heraus. Die anderen blieben für mich eher im Hintergrund und etwas blass.
Lida ist 17 Jahre alt und seit einiger Zeit mit dem 20jährigen Jesper zusammen. Das heisst, sie treffen sich ein paar Mal die Woche, planen aber keine Beziehung. Es ist eher nur Spass.
Natascha ist die Zicke der Truppe, die leicht arrogant wirkt. Sie meckert sich so durch die Tage im Wald und kommt nicht besonders sympathisch rüber.
Isabel ist epilepsiekrank und erleidet mehrere Anfälle. Dadurch redet sie über merkwürdige Dinge, mit denen die anderen nicht viel anfangen können, ihnen aber eine Gänsehaut bereitet.
Ein durchweg spannendes Buch, das viele surreale Abschnitte beinhaltet. Es war auf jeden Fall für mich ganz anders als erwartet und plötzlich eröffnen sich einem Mitglied der Truppe ganz ungeahnte Möglichkeiten, dem Geheimnisses des Blind Walk auf die Spur zu kommen.

Es gibt keine Zufälle. Man trifft genau die Menschen, die wichtig für einen sind, um Zusammenhänge zu verstehen, ein bißchen mehr über sich selbst zu erfahren und vielleicht auch ein paar Dinge ändern zu können.
Seite 313

Patricia Schröder hat mit ihrem Mystery-Thriller „Blind Walk“ eine spannende Story mit einer sehr unheimlichen Atmosphäre geschaffen. Bei dem ganzen Geraschel, Geknacke und merkwürdigen Lauten lief es mir das ein oder andere Mal schon kalt den Rücken hinunter. Die letzten Kapitel wirkten auf mich zwar leicht unglaubwürdig, nahmen mir aber keineswegs den Lesespass. Es ist eine Story, die den Leser gruseln lassen kann. Man vermutet in keinster Weise das ernsthafte Thema dahinter, das verantwortlich für die einzelnen Geschehnisse ist. Die Botschaft dieser Geschichte bringt einem Hoffnung. Der Schreibstil war ebenfalls sehr angenehm zu lesen und ich vergebe für dieses Buch sehr gute 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.

PS: Für einen Blind Walk werde ich mich allerdings niemals anmelden.


Patricia Schröder, 1960 in der Wesermarsch geboren, lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und einer Handvoll Tieren auf Eiderstedt, wo sie als freie Autorin arbeitet. Sie begann mit Rundfunkessays, später kamen Texte für Anthologien dazu. Inzwischen gehört sie zu den erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren und ihre Romane wurden bereits in mehrere Sprachen übersetzt.

ab 14 Jahren
ISBN 9783-649-61749-5
Preis: 17,95 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich bei Vorablesen und dem Verlag für dieses Exemplar bedanken!


Kommentare:

  1. Oh, das klingt gut! :-) Wandert mal auf meine Wuli. Du hast aber auch immer so viele Bücher, die ich vorher noch nie gesehen habe. =D Das Cover finde ich übrigens sehr cool!

    Grüßle
    Katie

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    1. Hab ich durch Zufall bei Vorablesen entdeckt. Da sind echt oft interessante Titel dabei, auf die ich so auch gar nicht aufmerksam werde:)

      LG

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