Mittwoch, 18. Juni 2014

Die Auslese – Nur die Besten überleben von Joelle Charbonneau


erschienen bei Penhaligon

Nach den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen. Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die Auslese.
Cia ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist. Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten überleben …
(Klappentext)

Das Cover dieses Buches sagt mir nicht wirklich zu. Zu sehen ist Protagonistin Cia mit wallendem Haar und einer Waffe in der Hand. Die Schrift hingegen finde ich schön, da es sich um eine Prägung hält, was ich gerne mag. Das Buch besteht aus 22 Kapiteln, die aus Cias Sicht geschildert werden.

Für die 16jährige Cia geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: Sie wird mit nur drei anderen aus ihrer Kolonie für die Auslese ausgewählt! Einziger Nachteil ist, dass sie nun fortgehen und ihre Familie verlassen muss. In Tosu-Stadt angekommen, kommen Cia aber immer mehr Zweifel, ob es wirklich so toll werden wird. Ihr Vater hat ihr vor ihrer Abreise von seinen früheren Erfahrungen berichtet, die eher abschreckend wirken. Cia ist plötzlich in einer Welt gefangen, die einem einzigen Überlebenskampf gleicht…


Ich glaube an dich. Egal was passiert.
Seite14

Die Geschichte startet mit dem Tag von Cias Abschlussfeier. Es ist der Abschied von der Schulzeit und Eintritt ins Erwachsenenalter. Man ist sofort mitten in der Story drin und steht einer anderen Welt gegenüber. Five Lakes ist die kleinste aller Kolonie und braucht somit immer neue junge Arbeitskräfte. Verdorbener Erdboden muss wieder urbar gemacht werden, damit ein Überleben gesichert ist.
Der Schreibstil hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Er ist flüssig und relativ leicht zu lesen. Durch sehr viele Absätze innerhalb der einzelnen Kapitel wird ein stetiger Lesefluss garantiert.
Cia ist eine durchaus sympathische Protagonistin, die auf mich sehr zäh wirkte. Sie denkt praktisch und voraussschauend, was mir sehr gut gefiel. Ihre größte Bezugsperson zu Hause ist ihr ältester Bruder Zeen, von dem ihr der Abschied besonders schwer fällt.
Tomas ist Cias heimlicher Schwarm und wirkt auf den ersten Blick sehr nett und liebenswürdig. Ob dem wirklich so ist, müsst Ihr lieber selbst entscheiden.
Malachi, auch ein Erwählter aus Five Lakes, fand ich eher unscheinbar. Er war mir nicht auffällig genug.
Ebenso Zalandri, die vierte im Bunde. Für mich hatte auch sie keine herausragenden Eigenschaften, die ich hier benennen könnte.
Michal ist ein Offizieller aus Tosu-Stadt. Er macht einen sympathischen, wenn auch stellenweise undurchsichtigen Eindruck.
Tosu-Stadt wurde vor neunundneunzig Jahren als erstes sichtbares Zeichen dafür errichtet, dass die Menschen die Sieben Stadien des Krieges überlebt haben. Die Stadt, einzelne Räume, Kleidung und das Essen wurden mir persönlich zu detailliert beschrieben. Ich bin da ja eher für ein kurzes knackiges Erwähnen und nicht für Ausschweifungen.

Eine Welt, in der man seine Konkurrenten vergiftet, nur um für die eigene Familie genug zu essen zu bekommen, ist für mich unvorstellbar.
Seite 58

Die Story wird geprägt von einem großen Maß an Grausamkeit, die geschickt verschleiert wird. Bei einigen Szenen sollte der Leser aber einen robusten Magen besitzen.
Sehr gut gefiel mir das flüchtige Augenmerk auf verschiedenen Kleinigkeiten, bei denen der Leser schon ahnt, dass noch ein großer Knalleffekt kommen muss.

Man kann nur lernen, wenn man die Fakten begreift, die begangen wurden.
Seite 329

Joelle Charbonneau hat mich mit ihrem Auftaktband „Die Auslese – Nur die Besten überleben“ größtenteils überzeugen können. Eine ganz nette Liebesgeschichte kann neben den actionreichen Szenen sehr gut bestehen. Das Ende von Teil 1 habe ich genauso erwartet, wie es gekommen ist. Was Protagonistin Cia mit dem Wissen, das sie zu dieser Zeit erhält anfängt, lässt mich gespannt auf Band 2 warten, der im Januar 2015 erscheinen soll. Die Story  ist geprägt von der Vertrauensfrage und einem rasanten Überlebenskampf. Für Fans von „Die Bestimmung“ und „Die Tribute von Panem“ ist diese Reihe auf jeden Fall empfehlenswert. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.

Die Reihe:

Die Auslese – Nur die Besten überleben
Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben (erscheint im Januar 2015)

Joelle Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin war. Heute ist die Schriftstellerei ihre größte Leidenschaft. Joelle Charbonneau lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Chicago. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Schauspiel- und Stimmtrainerin.

416 Seiten
ISBN 978-3-7645-3117-1
Preis: 16,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

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