Mittwoch, 18. Juni 2014

Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi



erschienen im Goldmann Verlag

Ihr Leben lang war Juliette allein, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, ihre Kräfte sind unmenschlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Juliette weigert sich, beschließt zu kämpfen. Gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht… (Klappentext)

Das Cover dieses Auftaktbandes ist relativ schlicht gehalten. Als Motiv sieht der Leser wahrscheinlich Protagonistin Juliette, die, wie es aussieht, über dem Boden schwebt. Ihr blaues Kleid scheint untenrum zu zerfließen, was dem Ganzen etwas Mysteriöses gibt. Das Buch besteht aus 50 Kapiteln und dem Epilog.

Juliette ist eingesperrt. In der Dunkelheit, nur mit einem Block und einem kaputten Stift. Aufschreiben ist alles, was sie hat. Alle Welt hält sie für ein Monster, sogar ihre eigenen Eltern. Keiner kann verstehen, was Juliette für Fähigkeiten hat. Nach 264 Tagen Gefängnis bekommt Juliette einen Mitbewohner – Adam. Adam versucht, einen Zugang zu Juliette zu finden. Kann er sie aus ihrem Schneckenhaus holen? Kann er ihr die Freiheit wieder geben?


Zuerst muss ich sagen, dass „Ich füchte mich nicht“ ein sehr ungewöhnliches Buch ist. Der Schreibstil ist vollkommen anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Oft gibt es Sätze oder Wörter, die durchgestrichen sind. Da musste ich mich erst einmal etwas durchwühlen, bis ich meinen Rhythmus gefunden hatte.
Insgesamt fand ich die beschriebenen Situationen schwer einzuschätzen. Was ist Traum, was Wirklichkeit? Diese Unterscheidung fiel mir lange Zeit sehr schwer. Ebenso der Aufbau des Gefängnisses. Es wirkt auf jeden Fall unheimlich düster und beängstigend.

Die Erde ist eine Scheibe.
Das weiß ich, weil ich vom Rand gestoßen wurde, und seit 17 Jahren versuche mich daran festzuhalten. Seit 17 Jahren versuche ich wieder auf die Scheibe zu klettern, aber man kann die Schwerkraft nicht bezwingen, wenn niemand einem die Hand reicht.
Seite 31

Die Autorin verwendet eine Vielzahl an Metaphern, die einerseits schön umgesetzt werden, andererseits mit der Zeit auch nervtötend sind. Oftmals werden zuviele davon innerhalb eines Kapitels für ein und dieselbe Situtation benutzt, was ich dann schon als etwas störend empfand.
Kleine Kindheitserinnerungen der Protagonisten Juliette und Adam sind so gewählt, dass dem Leser die beiden etwas vollständiger erscheinen. Man versteht nach und nach, was früher passiert ist und wie es zu dem heutigen Erscheinungsbild der zwei kommen konnte.
Juliette ist für mich nicht wirklich das, was man als sympathische Protagonistin bezeichnet. Sie ist sehr verstört, hat keinerlei Selbstbewusstsein, gibt sich für alles die Schuld und sie ist sehr allein.
Adam ist Soldat und strahlt schon etwas Autoritäres aus. Obwohl der Leser auch seine eher weiche Seite kennenlernen darf. Gerade dann, wenn es um ihn und Juliette geht.

Ich habe mich wirklich mit dem Buch beschäftigt und wollte es einfach toll finden. Doch leider kamen für mich zu viele Kleinigkeiten zusammen, die mich nicht begeistern konnten. Als es dann auch noch zu einer Szene kam, in der ein Kleinkind gequält werden soll, war bei mir Schluss und ich habe das Buch abgebrochen. Da ist mein Mutterherz vielleicht zu empfindlich, aber das geht für mich gar nicht. Zudem hat mich die Story bis dahin weder abgeholt oder gar mitgerissen.
Mich hat Tahereh Mafi mit ihrem Auftaktband der Trilogie nicht begeistern können. Ein zu ungewöhnlicher Schreibstil, zu viele Metaphern, die an manchen Stellen ins Bodenlose zu stürzen scheinen und eine Liebesgeschichte, die mir persönlich zuviel Schmalz enthielt kombiniert mit unnötigen Gewaltszenen erreichen bei mir leider nur 1 von 5 möglichen  schwarzen Katzen für das Cover und den Mut zum Anderssein.

Die Trilogie:

Ich fürchte mich nicht
Rette mich vor dir
Ich brenne für dich (erscheint im September 2014)

Bonusmaterial als E-Books:

Zerstöre mich
Vernichte mich (erscheint im August 2014)

Tahereh Mafi ist 26 Jahre alt. Sie wurde als jüngstes von fünf Kindern in einer Kleinstadt in Connecticut geboren und lebt mittlerweile in Orange County in Kalifornien. Nach ihrem Abschluss an einem kleinen College in Laguna Beach studierte Mafi, die acht verschiedene Sprachen spricht, ein Jahr in Spanien. Danach reiste sie quer durch die Welt und fing nebenbei an zu schreiben. Mit ihrem Debüt "Ich fürchte mich nicht" eroberte sie die amerikanische Romantasy-Gemeinde und Bloggerwelt im Sturm.

320 Seiten
ISBN 978-3-442-31301-3
Preis: 16,99

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Schade, dass es Dich so gar nicht begeistern konnte. =( Es ist ja schon ein paar Jahre her bei mir, aber die Szene mit dem Kind ist die die Juliette dann dann quasi "verwandelt" glaube ich. Habe das Buch nicht mehr hier. Ist schon harter Tobak, aber dem Kind passiert nix soweit ich mich erinnere. Sollte ein Test sein, obwohl ich das nicht mehr so ganz genau in Erinnerung habe...

    Liebe Grüße
    Katie

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    1. Natürlich ist es schade, aber meine Grenze war erreicht. Es ist ja auch nicht nur die Szene gewesen. Obwohl ich die Idee echt nicht so prickelnd finde, auch wenn dem Kind nichts passiert... Eins kam halt zum Anderen. Das nächste Buch wird dann eben wieder besser:)

      LG

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  2. Hallo Claudia,
    ich habe das Buch auch vor kurzem gelesen und mochte es gerne. ABER, wie du schon schreibst, ist es sehr anders. Ich empfand den Stil anfangs sogar als sehr anstrengend. Man muss ja wirklich fast jeden Satz hinterfragen, weil man die ganzen Metaphern umsetzen muss. Erst mit der Zeit wird es "einfacher" zu lesen. Und ja, das Buch ist gewalttätig und bei Kindern verblutet mein Mutterherz.
    Insgesamt gefiel mir die Story, aber so restlos begeistert, wie fast alle, war ich nicht. Ich habe schon wieder einen Großteil vergessen und habe das Buch auch weitervertauscht. Da haben andere Bücher ihren Platz im Regal mehr verdient.
    LG,
    Damaris

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    1. Hallo Damaris,
      wenn von dem Buch dann nicht einmal etwas hängenbleibt, ist es auch nicht das Richtige gewesen. Da mache ich auch lieber im Regal für Besseres Platz:)

      LG

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  3. Hm, also ich muss sagen, das mich das Buch durch deine Rezi schon irgendwie reizt. Die Story ist besonders und gerade Metaphern mag ich sehr gerne - wenn sie allerdings zu gehäuft auftreten können sie natürlich auch extrem nerven.
    Ich werd das Buch auf jeden Fall mal im Auge behalten ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Mach das, meine Liebe:) Die meisten sind ja auch echt begeistert, aber mir war es wirklich zuviel. Bin schon ganz kirre geworden...

      GLG

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  4. Huhu Claudia :)

    oh man :( so schade, dass es dich nicht begeistern konnte :(.

    <3

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    1. Hey, Mella!
      Ich tanze hier mit meiner Meinung echt aus der Reihe, aber was soll`s. So habe ich wenigstens das Geld für die anderen Teile gespart;)

      <3

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