Freitag, 18. Juli 2014

das wirst du bereuen von Amanda Maciel



erschienen bei Boje

Alle Welt denkt, dass Emma Putnam sich umgebracht hat, weil wir sie Schlampe genannt haben – und nicht weil sie ein Schlampe war. Echt klasse.
Sara und ihre beste Freundin Brielle müssen sich vor Gericht verantworten – angeklagt, ihre Mitschülerin Emma gemobbt und in den Tod getrieben zu haben. Dabei war es doch Emma, die sich an Saras Freund Dylan rangemacht hat. Ein kleiner Denkzettel über Facebook muss da schon drin sein, finden die Freundinnen. Doch dann verselbständigen sich die Dinge und plötzlich ist Emma tot… (Klappentext)

Das Cover dieses Buches finde ich einfach nur toll. Es ist schwarz und der Titel ist in pink geprägt worden. Es sieht fast so aus, als wenn es sich um eine Tafel handelt, wo zuvor etwas weg gewischt wurde. Sticht einem auf jeden Fall gleich ins Auge. Die Kapitel sind nach Monatsnamen benannt. Die Story wird aus Sicht der Protagonistin Sara erzählt.

Saras Leben ist nicht mehr so, wie es mal war. Sie wird angeklagt, ihre Mitschülerin Emma in den Selbstmord getrieben zu haben. Sara und ihre Freunde haben Emma gemobbt, bis diese dem Druck nicht mehr standhielt. Was wird nun aus Sara? Der Schulanfang nach den Sommerferien ist für sie schon sehr heftig. Und zu dieser Zeit steht die Gerichtsverhandlung noch aus. Wie wird das Gericht entscheiden? Und vor allem: sieht Sara ihren Fehler ein?


Wieder einmal ein Jugendbuch, das schwerwiegende Themen aufgreift. Es geht hier um Mobbing und daraus resultierenden Selbstmord. Keine leichte Kost, daher rate ich, sich für das Lesen der Geschichte wirklich Zeit zu nehmen.
Zuerst wirkte die Story auf mich sehr teeniemässig – Party, Alkohol, Sex, die üblichen Zickenkriege unter Mädchen. Die Autorin hat sich auch einer ziemlich jugendlichen Sprache bedient, was mich anfangs etwas störte, meiner Lesefreude aber keinen Abbruch tat. Da merkt man doch, dass man nicht mehr unbedingt zur gewünschten Zielgruppe gehört…
Die Geschichte startet sogleich in der Gegenwart mit einer weiteren Befragung von Sara durch verschiedene Anwälte. Geschildert werden die Ereignisse abwechselnd in der Vergangenheit und Gegenwart, so dass sich dem Leser die Geschehnisse nach und nach offenbaren. Manchmal fand ich etwas lang gezogen, da nichts wirklich Neues passierte. Für Protagonistin Sara ist ihr tägliches Leben nach Emmas Selbstmord zu einem einzigen Spießrutenlauf geworden. Es wird getuschelt, sobald sie auftaucht, und sie wird gemieden. Ihr einziger Lichtblick am Horizont ist der etwas schräge Carmichael, den sie in der Sommerschule näher kennenlernt. Er ist es, der sie zum Nachdenken über die Vorfälle anregt.
Saras ehemals beste Freundin Brielle mochte ich gar nicht. Sie ist komplett unsympathisch und sieht ihre Freude nur darin, andere zu piesacken. Wer jemanden wie Brielle als Freundin hat, braucht keine Feinde mehr… Zudem buttert sie Sara sehr unter und bevormundet sie regelrecht. Sara lässt es mit sich machen. Leider. Wer weiß, ob andernfalls alles anders gekommen wäre…
Neben Sara und Brielle sind auch noch drei Jungs mit angeklagt, aber insgesamt ging das Mobbing hauptsächlich von den Mädchen aus. Ungerecht fand ich, dass jedermann Sara als Hauptschuldige sieht, obwohl sie den Mist ja nicht allein verzapft hat. Vielleicht wäre hier ein Perspektivwechsel gut gewesen, so dass man als Leser auch die Emotionen und Gedanken gerade von Brielle oder Emma mitbekommen hätte.
Bei mir kullerten zwar zum Ende hin noch einige Tränchen, aber ansonsten hätte ich mir mehr Emotionalität gewünscht. Mit der Zeit wurde mir einfach „zuviel“ gemobbt, wenn man das so sagen kann.

Amanda Maciel hat mich mit ihrem Debütroman „das wirst du bereuen“ stellenweise regelrecht schockieren können. Ihre sehr jugendliche Sprache und der mehr oder weniger normale Alltag von Jugendlichen sprechen diese Zielgruppe sicherlich sehr gut an. Mir hat die Story wieder einmal gezeigt, dass es einem im Zeitalter von modernster Technologie noch einfacher gemacht wird, anderen Menschen Schaden zuzufügen. Gerade über diverse Internetportale kann jeder ein Profil erstellen und sein Unwesen treiben, ohne jegliche Art von Kontrolle. Gerade Mobbing wird hier wesentlich vereinfacht. Dazu muss man keinem ins Gesicht schauen, sondern tippt einfach seine Gemeinheiten ein und fertig. Das sind, meiner Meinung nach, die Schattenseiten von fortschreitender Technik.
Natürlich begeht nicht jeder, der gemobbt wird Selbstmord. Wir Menschen sind alle unterschiedlich und gehen auf ganz verschiedene Arten mit Grausamkeiten, die uns passieren um. Einige sind so stark, dass es sie nicht ganz so sehr berührt, aber andere stossen an ihre Grenzen und klinken sich aus.
Ich bin strikt gegen Mobbing und heiße es auf keinste Weise gut! Ich hoffe, dass Menschen, die mobben oder gemobbt werden, diese Geschichte lesen und nachdenklich werden. Mobbingopfer sollen sich nicht schämen müssen, diese Dinge jemandem zu erzählen. Es geht uns alle an.
Ich vergebe für dieses Buch 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Amanda Maciel hat nach ihrem Studienabschluss als Lektorin in verschiedenen Verlagen gearbeitet, im Moment ist sie Cheflektorin bei Scholastic. In ihrer Freizeit schreibt sie, sie geht gerne joggen oder fährt mit ihrem kleinen Sohn in der U-Bahn herum. Zusammen mit ihrem Sohn, ihrem Mann und ihrer Katze lebt sie in Brooklyn, New York. Das wirst du bereuen ist ihr erster Roman.

ab 14 Jahren
300 Seiten
ISBN 978-3-414-82406-6
Preis: 14,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für diese tolle Überraschungspost und dieses wunderbare Exemplar bedanken!

Kommentare:

  1. Eine tolle Rezi zu einem ernsten Thema.
    Ich denke, das Buch sollte für Jugendliche ein "Augenöffner" sein, allerdings werden es die, die es unbedingt lesen sollten, wieder nicht tun. Aber vielleicht regt es die anderen zum nachdenken an und es verbreitet sich dann eher über Mundpropaganda. Ich persönlich hab ja noch kaum etwas von Mobbing mitbekommen - zum Glück - und kann es immer gar nicht fassen, dass das immer noch so ein großes Thema ist. Die Menschen sollten doch wirklich erst mal nachdenken, bevor sie den Mund aufmachen bzw. in die Tasten hauen!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Da hast du sicherlich recht, meine Liebe. Ich finde es sehr gut, dass es gerade Jugendbücher mit auch ernsthafteren Themen gibt - vielleicht bringt es bei dem ein oder anderen doch etwas. :)

      LG

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  2. Hey =)
    Eine tolle Rezi =) Ich habe dieses Buch ja bereits auf meiner Wuli und will es unbedingt lesen.
    Das Thema Mobbing ist schon sehr heikel. Aber ich finde es gut das man darüber spricht bzw. schreibt. Man sollte nicht wegschauen.
    Wünsche dir einen tollen sonnigen Freitag =)
    LG Sunny <3

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  3. Danke, Sunny :) Wirklich ein heikles Thema, auf das immer wieder aufmerksam gemacht werden sollte.

    Schönen Abend und lg <3

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    1. Jaaa habs bei Blogg dein Buch gewonnen *.* Ich freu mich schon sehr es zu lesen =)

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    2. Super, Glückwunsch! Viel Spaß damit:)

      LG

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