Montag, 11. August 2014

Bis zum letzten Tropfen von Mindy McGinnis



erschienen bei Heyne fliegt

Nach einer Choleraepidemie und dem Zusammenbruch der Zivilisation ist sauberes Wasser das wertvollste Gut. Die sechzehnjährige Lynn hat schon früh gelernt, es um jeden Preis zu verteidigen. Gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnt sie ein einsames Farmhaus und verbringt ihre Tage damit, Brennholz und Nahrung zu beschaffen. Und den Teich hinter dem Haus vor durstigen Eindringlingen zu schützen. Als eines Tages ein Fremder auftaucht und Lynn und ihre Mutter Fußspuren um den Teich herum entdecken, wird ihnen sofort klar, dass jemand ihre geheime Quelle entdeckt hat. Der Ernstfall, auf den Lynn seit Jahren vorbereitet ist, scheint einzutreten. Eigentlich hat sie keine Angst. Doch dann wird ihre Mutter von Kojoten schwer verletzt. Und Lynn muss sich in den umliegenden Siedlungen Hilfe suchen, denn allein kann sie die Farm nicht retten. (Klappentext)

Das Cover dieses Buches finde ich sehr schön. Es setzt sich aus unaufdringlichen Farben zusammen, als Motiv ist eine größere Wasserlache vor einer Farm zu erkennen. Ausserdem sieht der Leser wahrscheinlich Protagonistin Lynn in einer Rückenansicht. Die Story ist in 21 Kapitel und den Epilog aufgeteilt. Erzählt wird in der dritten Person.

Lynn lebt allein mit ihrer Mutter auf einer einsamen Farm. Das Wasser ist knapp und jeder Tag ist ein einziger Kampf ums Überleben. Lynn ist von ihrer Mutter so erzogen worden, dass sie jedem Fremden eine gehörige Portion Misstrauen entgegenbringt. Ihr Motto könnte man eher so beschreiben: erst schießen, dann Fragen stellen. Doch als Lynn plötzlich auf die Hilfe anderer angewiesen ist und zudem noch ein kleines hilfloses Mädchen in ihr Leben tritt, überdenkt sie ihre Sichtweise…


Eine Dystopie, die - nach dem Klappentext zu urteilen - wieder etwas genau für meinen Geschmack ist. Der Leser wird sogleich mit der doch recht harten Welt von Lynn und ihrer Mutter konfrontiert und erlebt hautnah die anstrengende Wassergewinnung und –aufbereitung mit. Sehr interessant von der Autorin dargestellt. Man hat keinen Zweifel daran, wie schwer es ist, sich wirklich jeden einzelnen Tropfen Wasser zu erkämpfen. Notfalls eben auch mit dem Gewehr. Die Angst der beiden vor eventuellen Überfällen anderer verzweifelter Menschen ist jederzeit greifbar.
Lynn wirkt durch die Erziehung ihrer Mutter sehr hart, aber gleichzeitig auch in manchen Dingen naiv. Sie kennt nur das Leben auf ihrer Farm, wovon sie aber auch nur den Keller benutzen. Der Rest des Hauses bleibt ungenutzt. Alles aus Angst. Selbst Lynn ist schon in ihrem jungen Alter so trainiert, dass sie ohne mit der Wimper zu zucken töten würde. Von Männern oder alltäglichen Dingen, wie es in einer anderen und besseren Welt war, kennt Lynn nichts. Sie führt aus meiner Sicht ein wirklich karges und einsames Leben.
Lynns Mutter ist komplett abgebrüht. Sie zögert nicht eine Sekunde, wenn es darum geht, ihr Wasser und ihr Land zu verteidigen. Sie nimmt nicht einmal in ganz schlechten Zeiten Hilfe von einem etwas entfernt wohnenden Nachbarn an. Ich fand sie fast schon sehr verbohrt und auch kaltherzig. Genau das hat sie an ihre Tochter weitergegeben.
Doch nach einem plötzlichen Vorfall ändert Lynn ihre Sichtweise etwas und sieht, dass es auch anders geht. Sie schlägt einige Regeln ihrer Mutter in den Wind und wird positiv überrascht.
Stellenweise fand ich einige Sätze unlogisch. Ob es an der Übersetzung liegt oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber ich war so manches Mal verwirrt. Mit der Zeit war ich dadurch etwas genervt.
Rückblickend betrachtet ist dieses Buch zum größten Teil eine Schilderung des Alltags der Protagonisten, mit all seinen Schwierigkeiten. Der Text hat Protokollcharakter. Die Charaktere haben mir nicht ganz zugesagt. Spannung habe ich leider vergeblich gesucht.

Mindy McGinnis hat mit ihrem Buch „Bis zum letzten Tropfen“ eine Dystopie erschaffen, die mich stellenweise sehr schockierte. Gerade auf den letzten Seiten kommt viel Kaltblütigkeit zu Tage, so dass ich die empfohlene Altersangabe für zu niedrig halte. Eine äußerst erschreckende Szene.
Ansonsten bekommt der Leser einen Einblick in eine Welt, die ohne Wasser zu Grunde gehen würde. Sehr interessante Details lassen einen bei der Wassergewinnung im Geiste mitschuften. Durch unlogische Satzfragmente und fast durchweg nicht richtig greifbare Charaktere wurde mir etwas der Lesespaß genommen und ich bewerte dieses Buch mit 3 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Mindy McGinnis beschäftigt sich ununterbrochen mit Büchern und Geschichten: Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einer Bibliothek. Ihre zweite Leidenschaft gehört dem Überleben in der Wildnis. Sie kocht gern Konserven ein, musste sich bisher aber noch nie außerhalb der Zivilisation behaupten. Mindy McGinnis lebt in Ohio. Weitere Informationen zur Autorin:
www.mindymcginnis.com

ab 14 Jahren
320 Seiten
ISBN 978-3-453-26897-5
Preis: 14,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Zu guter Letzt möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken!

Kommentare:

  1. Huhu!
    Auf die Rezi war ich schon gespannt, da ich über das Buch jetzt schon öfters gestolpert bin. Du hast es sehr gut beschrieben - aber für mich ist das glaub ich nichts, leider. Die Story hört sich nämlich echt interessant an ...

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Das tut sie wirklich, aber irgendwie ist bei mir der Funke nicht ganz übergesprungen. Schade:(

      LG

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  2. Hey =)
    Eine tolle Rez =) Schade das dich das Buch nicht vollkommen begeistern konnte. Ich bin schon sehr gespannt drauf es selbst du lesen =)
    Wünsche dir noch einen tollen Tag =)
    LG Sunny

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    1. Danke, Sunny:)
      Ich bin mal gespannt, was du dazu sagen wirst!
      Hab ebenfalls einen tollen Tag:D

      LG

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  3. Ich fand das Buch ziemlich gelungen. Schade, dass es Dich nicht überzeugen konnte. Anfangs fand ich die Figuren auch sehr kühl und distanziert, aber die Entwicklung im Verlauf hat mir gut gefallen. Vor Allem die von Lynn. Trotzdem eine tolle Rezi. :-)
    LG
    Katie

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    1. Danke, Katie:)
      Lynns Entwicklung fand ich auch toll, bis auf gewisse Dinge zum Ende hin. Da war ich wirklich schockiert!
      Der gewisse Funke ist einfach ausgeblieben.

      LG

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  4. Ich kann mich meinen Vorrednern anschließen, mir hat es auch gefallen =) Aber es ist sehr speziell, ich wusste besonders zu Anfang auch nicht so recht, ob das mein Fall ist... Aber irgendwann hat es mich dann doch total gefesselt.
    LG
    Svenja

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    1. Freut mich, dass es dir gefallen hat, Svenja:) Gut, dass die Geschmäcker verschieden sind;)

      LG

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  5. Huhu,
    nach dem du bei mir ja einen Kommi hinterlassen hast, war ich neugierig was genau dir nicht gefallen hat.
    Schade, dass du die Charas nicht griffig fandest. Aber ich merke mal wieder wie verkorkst mein Gehirn ist, wenn ich in einer story bin^^. Denn da überlese ich unlogische Stellen und Fehler oft.
    LG Chia

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    1. Hey, schön, dass du vorbeischaust:)
      Verkorkst würde ich da aber nicht sagen, jeder empfindet die Dinge ja ganz anders. Bisher habe ich auch fast nur positive Rezis gelesen, ich bin da wohl die Ausnahme;)

      LG :)

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