Montag, 25. August 2014

Eisblau ist die Liebe von Lena Klassen



erschienen im Kosmos Verlag

Als bei der Einbruchstelle im zugefrorenen See der Schal des schönen David gefunden wird, gehen zunächst alle von einem tragischen Unfall aus – bis ein Abschiedsbrief gefunden wird. Doch Luna kann nicht glauben, dass David Selbstmord begangen hat. Auch wenn der Kuss zwischen ihnen nur eine Wette war, hat sich doch alles so richtig angefühlt. Gemeinsam mit Davids bestem Freund und seiner Ex-Freundin macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Aber wie gut kennt sie ihre Mitschüler wirklich? (Klappentext)

Das Cover des Buches könnte nicht passender sein: es ist eisblau. Wie wir es von der sogenannten Herzblut-Reihe des Verlages gewohnt sind, ist der Titel wieder sehr groß gehalten und passt sich seinen Vorgängern somit perfekt an. Sieht auch im Bücherregal einfach toll aus! Die Geschichte besteht aus dem Prolog, 19 Kapiteln und dem Epilog. Geschildert wird die Story aus Lunas Sicht.

Luna ist glücklich. Endlich mal. Viel zu lachen gab es in letzter Zeit bei ihr zu Hause nicht. Ihre Mutter hat sich aus dem Staub gemacht und Luna muss sich um ihren zerstreuten Vater kümmern. Doch nun hat sie der tollste Junge der Schule plötzlich geküsst! Zwar war es anfangs nur eine Wette, aber gerade die bringt Luna und David zusammen. Luna schwebt auf Wolke Sieben. Aber nur kurze Zeit später erfährt sie, dass David Selbstmord begangen haben soll! Wie kann das sein? War doch alles nur gespielt? Ist womöglich sogar Luna Schuld an Davids tragischem Tod?


Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Ich liebe die Herzblut-Reihe aus diesem Verlag ja sehr! Bis jetzt hat mich noch kein einziges Buch daraus enttäuschen können und auch dieses hat mich überzeugt.
Die Story startet mit einem kurzen, etwas beunruhigendem Prolog, der aber zeitlich erst nach den Ereignissen stattfindet. Somit war ich gleich in den Bann der Geschichte gezogen und musste noch ein ganzes Stück an diesem Tag weiterlesen.
Das Wetter passt eigentlich nicht zu unserer jetzigen Jahreszeit, obwohl ich lange nicht mehr einen so kalten August erlebt habe wie gerade jetzt. Von daher war Schnee und Kälte nicht ganz abwegig, eher sehr gut vorstellbar. Ich ertappte mich desöfteren beim Frösteln. Die Autorin hat die frostigen Details sehr anschaulich dargestellt.
Die Story wirkte auf mich noch erschütternder, da der Leser doch noch eine ganze Menge aus dem Zusammentreffen und Kennenlernen von Luna und David miterlebt. Das hatte ich mir anhand des Klappentextes nicht so vorgestellt, fand es aber dramaturgisch gut gewählt.
Luna gefiel mir als Protagonistin sehr gut. Sie hat eine natürliche Art, einen leicht flippigen Kleidungsstil, zeigt aber auch sehr viel Verantwortungsbewusstsein. Dies äussert sich massiv im Umgang mit ihrem Vater. Sie tat mir sehr leid, als sie anfing, David nach seinem Selbstmord immer und überall zu sehen. Wirklich tragisch, doch keineswegs kitschig ausgearbeitet.
David kam für mich erst wie ein verwöhnter Schnösel rüber, der alles hat und keine Sorgen kennt. Doch da lag ich ganz falsch. Hinter seine Fassade zu blicken, vermittelte plötzlich einen völlig anderen Eindruck von ihm.

Nicht jeder ist, wer er zu sein scheint.
Seite 6

Alisa mochte ich nur so mittelmässig. Sie ist sehr herablassend zu anderen, das ist etwas, was ich gar nicht ausstehen kann. Aber auch bei ihr muss man erst einige Hintergrundinformationen haben, um sie mit anderen Augen sehen zu können. Das reicht vielleicht für ein paar schwache Sympathiepunkte, aber mein Herz erwärmen konnte sie trotz allem nicht.
Die erste Hälfte des Buches las sich flüssig weg, die Handlung war konstant spannend gehalten, der Schreibstil verständlich und gut. Doch dann passierte irgendetwas, was mich doch einige Sätze ein erneutes Mal lesen ließ. Der Schreibstil wurde teilweise sehr merkwürdig, was sich in zusammenhanglosen Dialogen ausdrückte. Ich hatte öfter das Gefühl, dass etwas fehlt oder ich Dinge überlesen hätte. Mir kam es so vor, als ob hier verschiedene Autoren am Werk waren. Auch Alisas krasser Meinungsumschwung an einer bestimmten Stelle innerhalb der Geschichte wirkte sehr unglaubwürdig.

Lena Klassen hat mir mit ihrem Jugendthriller „Eisblau ist die Liebe“ frostige Lesestunden beschert. Die erste Hälfte des Buches konnte mich mit ihrem tollen Schreibstil, einer berührenden Geschichte und authentisch wirkenden Charakteren sehr überzeugen. In der zweiten Hälfte wirkte die Story stellenweise konfus, die Sätze waren nicht wirklich bis zum Ende durchdacht. Auch die Auflösung kam für mich leicht haarsträubend daher. Dies sind nur kleinere Kritikpunkte, worunter mein Lesevergnügen nicht allzu sehr gelitten hat. Trotzdem kann ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen und vergebe 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Lena Klassen wurde 1971 in Moskau geboren und wuchs in Deutschland auf. Jetzt lebt sie mit ihrer Familie im ländlichen Westfalen. Sie studierte Literaturwissenschaft, Anglistik und Philosophie an der Universität Bielefeld, wo sie 1999 promovierte. Unter ihrem Pseudonym Maja Winter hat sie bereits zahlreiche Romane veröffentlicht. Lena Klassen schreibt vor allem Fantasy und Jugendbücher, ist aber auch einem literarischen Mord hin und wieder nicht abgeneigt, wie ihr Krimi „Schwesterherz“ beweist.

ab 14 Jahren
272 Seiten
ISBN 978-3-440-14496-1
Preis: 12,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

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