Donnerstag, 21. August 2014

Linkshänderland: Der Auftrag von Lara De Simone



erschienen bei Baumhaus

Eine computergesteuerte Welt, die das Leben auf der Erde simuliert? Eine Welt, zu der nur Linkshänder Zutritt haben und in der man schon mit zwölf Jahren volljährig ist?
Die 13-jährige Trix ist wie vom Schlag getroffen, als sie von diesem mysteriösen Linkshänderland (LHL) erfährt. Über zwei Mikrochips in ihrem Gehirn ist sie mit dem LHL vernetzt und kann ihren Avatar steuern. Sie muss lediglich in Gedanken den Wunsch formulieren, sich ins LHL einzuloggen und schon sieht es in der realen Welt so aus, als würde sie schlafen. Wie ihr Mentor Liam, 16, beginnt sie eine Ausbildung zur Spionin. Und schon bald stecken die beiden in einem gefährlichen Auftrag, bei dem sie an eine Untergrundgruppe geraten, die sich gegen das LHL auflehnt. Damit setzen sie nicht nur ihre Freundschaft, sondern vor allem auch ihr Leben aufs Spiel
. (Klappentext)

Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Es wirkt wahnsinnig düster, passend zur Story. Ein großer leerer Raum ist zu sehen, ein strahlend helles Licht und zwei Personen unmittelbar davor. Wo führt das Licht hin? Was steckt dahinter? Das sind die ersten Fragen, die mir in den Sinn kommen. Der Einbanddeckel ist in Lila gehalten, was mir natürlich wieder sehr gut gefällt. Die Story besteht aus betitelten Kapiteln.

Jannik ist Medizinstudent. Doch mit Medizin und praktischen Arbeiten hat das alles nicht viel zu tun. Dafür übernimmt er mehr die Rolle der Sekretärin für seinen Chef. Eines Tages fällt ihm bei diesem Job eine Akte in die Hand. Die Akte einer verkappten Linkshänderin, die gerade erst entdeckt wurde…
Liam lebt tagsüber in der realen Welt und nachts hält er sich im Linkshänderland, dem sogenannten LHL auf. Sein Mentor möchte, dass er mit seinen sechzehn Jahren schon selbst zum Mentor wird. Aber zum Glück nicht für ein Neugeborenes, sondern für einen Teenager. Die Überraschung ist groß, als Liam erkennt, wessen Mentor er fortan sein soll…
Trix lebt ein ganz normales Leben als 13jähriger Teenager. Sie hat die Schule, ihre Freunde, nichts ist ungewöhnlich. Doch eines Tages wird ihr Leben auf den Kopf gestellt und sie kann sich ab sofort im Linkshänderland frei bewegen…


Die Idee dieses Buches reizte mich aufgrund einer Leseprobe sehr. Virtuelle Welten mal nur auf eine bestimmte Menschengruppe anvisiert fand ich sehr interessant. Aber leider konnte ich das Buch nach dem Lesen nur unbefriedigt zurückstellen…
Die Story besteht aus zwei verschiedenen Strängen, die natürlich zu einem späteren Zeitpunkt zusammenfinden. Schon ganz zu Anfang wurde ich mit relativ vielen Personen konfrontiert, was es mir schwer machte, sie alle auseinander halten und zuordnen zu können.
Bis die Geschichte mal zum Kern des Ganzen kommt, dauert es eine ganze Weile. Protagonisten Liam und Trix agieren auch erst sehr spät zusammen, was ich mir eigentlich anders gedacht hatte.
Trix fand ich nicht sonderlich sympathisch. Sie spricht aus, was sie denkt (was ich toll finde), legt dabei aber teilweise eine sehr rotzfreche Art an den Tag. Aus ihrem Leben wird nichts wirklich Markantes erzählt.
Liam fand ich auch mehr so naja. Er ist da, hat seine Rolle und gut ist es. Auch bei ihm fiel mir nichts Besonderes auf, dass ihn mir sympathisch oder auch unsympathisch machen konnte.
Ich empfand die Charaktere und teilweise die Dialoge sehr gestelzt dargestellt. Zudem wollen sie gestellt witzig sein, was ich sehr übertrieben fand.
Die Atmosphäre im Buch wirkte sehr steril. Vielleicht passend zur virtuellen Welt, aber für mich kam da keinerlei Emotion hoch.
Den Aufbau des Linkshänderlandes ist, meiner Meinung nach sehr schwierig beschrieben, gerade da das Buch eine Altersempfehlung ab 12 Jahren hat. Aber vielleicht ist die angesprochene Zielgruppe auch besser im Verstehen und Verarbeiten als ich in meinem fortgeschrittenen Alter :)

„Manchmal ist die Wahrheit besser aufgehoben, wenn sie verschwiegen bleibt.
Seite 344

Lara De Simone konnte mich leider mit „Linkshänderland – Der Auftrag“ so gar nicht überzeugen. Die Charaktere empfand ich als zu realitätsfremd gezeichnet, die Atmosphäre viel zu klinisch dargestellt. Ich hatte das Gefühl, in einem Agenten-Thriller mit Kindern als Hauptdarstellern fest zu sitzen. Kinder, die leider keinerlei Emotionen bei mir hervorkitzeln konnten. Der relativ schwer verständliche Aufbau des Linkshänderlandes und manchmal nicht nachvollziehbare Reaktionen der Protagonisten ermüdeten mich eher, als dass sie mich begeisterten. Das Ende ist ziemlich offen gehalten, so dass ich davon ausgehe, dass es noch mindestens einen weiteren Teil geben wird. Ob ich ihn lesen werde, steht allerdings noch in den Sternen. Ich vergebe für das schöne Cover und die reizvolle Idee hinter der Story noch 2 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Lara De Simone, geb. 1993 in Heidelberg, gewann 2012 Preise bei verschiedenen Jugendschreibwettbewerben. Die ersten Ideen zu Linkshänderland hatte sie bereits mit 13 Jahren. Aktuell studiert sie Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim.

ab 12 Jahren
352 Seiten
ISBN 978-3-8339-0117-1
Preis: 12,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Zu guter Letzt möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken!

Kommentare:

  1. Oh, das klingt ja noch so doll. :-( Hatte das Buch auch schon im Blick, aber wird wohl jetzt erstmal nicht hier einziehen.

    Danke für die Rezi.

    Liebe Grüße
    Katie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gerne, Katie:) Die Leseprobe im Vorfeld fand ich wesentlich spannender, leider:(

      LG

      Löschen
  2. So, wie versprochen, hab ich mich hier nun etwas umgeschaut und bin auch gleich Leserin geworden ;)

    Aber wie schade, dass dir "Linkshänderland" nicht so gefallen hat :( Ich finde das Cover ja total toll und wollte es mir deswegen mal näher ansehen, aber wenn es dich nicht überzeugen konnte...ich glaub, ich lass doch lieber die Finger davon..Ich mein...es ist ja auch nicht so, dass mir der Lesestoff ausgehen würde :D

    Liebe Grüße,
    Skyline

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön, dass du jetzt auch Leserin bist - ich freu mich und sage Herzlich Willkommen! :)
      Ja, ich war auch relativ enttäuscht von dem Buch, aber was soll´s, dann wird das nächste halt wieder besser. Kann ja nicht alles überzeugen.

      LG

      Löschen