Sonntag, 31. August 2014

Shipwrecked von Siobhan Curham



erschienen bei Planet Girl

Ein Traum geht in Erfüllung: Grace und ihre Freunde von der LA-Dance-Academy werden die Sommerferien auf einem Kreuzfahrtschiff im Südpazifik verbringen, um dort in einer Show aufzutreten. Doch plötzlich zieht während der Überfahrt ein Unwetter auf und lässt das Boot kentern. Die Tanzcrew kann sich mit letzter Kraft auf eine einsame Insel retten. Völlig auf sich allein gestellt kämpfen sie ums nackte Überleben. Dabei spaltet sich die Gruppe jedoch in zwei Lager. Zudem geschehen mysteriöse Ereignisse und ein seltsames Amulett taucht wie eine Warnung aus dem Nichts auf: Die Gestrandeten sind nicht allein! Vor allem Grace fühlt sich verfolgt und ist sicher, dass die Insel ein düsteres Geheimnis birgt ... (Klappentext)

Grace: die Unglückliche
Todd: der Coole
Jenna: die Fassadenträgerin
Cariss: die Mega-Zicke
Belle: die Sanfte
Floh: der Wissende
Dan: der Sarkastische
Ron: der Unauffällige
Cruz: der Undurchschaubare

Über das Internet bin ich auf dieses Buch in erster Linie durch das Cover aufmerksam geworden. Es verleitete mich dazu, noch einen genaueren Blick auf den Inhalt zu werfen. Die verschwommen dargestellte Person am Strand wirkt allein schon recht mysteriös. Am oberen Rand Palmenblattausschnitte, wieder scharf gestellt. Der groß geschriebene Titel wurde in der Mitte platziert. Und am unteren Rand gibt es noch einige mysteriöse Sätze, die meine Neugier ganz und gar weckten. Das Buch besteht aus dem Prolog, 31 relativ kurz gehaltenen Kapiteln und dem Epilog. Erzählt wird die Story aus der Sicht von Protagonistin Grace.

Für Grace und sieben andere Jugendliche geht ein Traum in Erfüllung – sie dürfen in einer Show auf einem Kreuzfahrtschiff auftreten! Doch dann wütet ein gewaltiger Sturm und ihr Boot wird schwer beschädigt. Die acht und ihr anvertrauter Bootsführer Cruz landen auf einer einsamen Insel. Doch diese Insel ist mehr als unheimlich. Grace hört flüsternde Stimmen, sie findet ein merkwürdiges Amulett und streitet sich auch noch vermehrt mit ihrem Freund Todd. Von ihrer besten Freundin Jenna ebenfalls links liegen gelassen, wendet sie sich dem spanisch sprechenden Cruz zu. Irgendwie stimmt sofort die Chemie zwischen ihnen. Doch was hat es mit diesem ominösen Fluch auf sich? Gibt es ihn wirklich?


Die Geschichte liest sich anfangs ganz wie die Schilderung eines mehr oder weniger normalen Teenagerlebens. Die Ehe von Graces Eltern ist kaputt, das Verhältnis zwischen den beiden nicht wirklich das Beste und mit ihrem Freund Todd schwebt Grace auch nicht unbedingt auf Wolke Sieben. Ihre Freundinnen sind charakterlich so stereotypisch, wie man es oft in Jugendbüchern liest. Klar, dass es da früher oder später (eher früher) in einer Extremsituation zu großen Reibereien kommt.
Die Story beginnt mit einem kurzen und knackigen Prolog – sowas liebe ich ja sehr! Die Verbindung zum Prolog wird im Laufe der Geschichte immer mehr heraus gestellt.
Grace war mir eigentlich ganz sympathisch. Sie versucht stets, die Stimmung hoch zu halten. Egal, ob zu Hause oder auch auf der Insel. Von ihrer Freundin Jenna fühlt sie sich sehr zurückgesetzt, was mir sehr leid tat. Ich kenne so eine Situation nur zu gut und habe daher richtig mitgelitten. In ihrer Beziehung mit Todd erlebte ich Grace nur unglücklich und auch sehr unsicher. In sexueller Hinsicht vielleicht auch zu sehr gedrängt – nicht nur von Todd, sondern gerade auch von Jenna.
Jenna mochte ich gar nicht, ebenso wie Cariss. Zwei Mädchen, die sich für etwas Besseres halten und dies die anderen ganz genau spüren lassen. Wer diese Mädchen als Freundinnen hat, braucht keine Feinde mehr…
Todd ist der Obermacho, was sich im Laufe der Story immer mehr herauskristallisiert. Stolz auf sein Aussehen und vielleicht auch auf seine sportlichen Fähigkeiten, ist er der Ansicht, er sei der Nabel der Welt. Schade, dass Grace ihm in gewisser Weise so hinterher rennt.
Cruz dagegen gefiel mir sehr gut. Er hat eine unheimliche Ausstrahlung, was aber keineswegs negativ zu verstehen ist. Durch die schlechte bis gar nicht vorhandene sprachliche Auseinandersetzung macht ihn dies noch mysteriöser.
Die Jugendlichen erkennen den wahren Ernst der Lage nicht, als sie auf der Insel stranden. Vielleicht ist das auch alles nur Fassade, und sie versuchen das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen. Doch gerade eine Reihe Kleinigkeiten fielen mir in dieser Beziehung ganz stark auf. Teilweise kam sogar Partystimmung auf, was ich nicht nachvollziehen konnte.
Die Story ist unheimlich angelegt, ohne dabei übermässig gruselig zu sein. Ich denke, dass die Autorin da genau das richtige Maß für die angesprochene Leserzielgruppe gefunden hat. Für mich hätte es schon etwas mehr Gruselfaktor sein dürfen :) Der Schreibstil ist jugendlich, wirkt dabei aber nicht platt. Die Seiten fließen unter den Händen nur so dahin.
Eine Kleinigkeit, die ich aber nicht näher beschreiben werde, hatte doch frappierende Ähnlichkeit mit dem Film „Madagascar“. Ob zufällig oder berechnend – auffällig war es auf jeden Fall und wird sicherlich jedem so gehen, der den Film kennt.
Die Auflösung von Jennas Geheimnis, das bis dato nur Grace kennt, hat mich nun nicht so sehr überraschen können. Ich hatte einfach etwas mehr hinter den ganzen vorangegangenen Andeutungen erwartet.

Siobhan Curham hat mir mit ihrem Buch „Shipwrecked“ eine kurzweilige Leseunterhaltung bieten können. Wenngleich ich denke, dass es von dem Spannungsaufbau und Mystery-Faktor für die angesprochene Zielgruppe genau richtig ankommt, war für mich von beidem etwas zu wenig vorhanden. Ebenso lässt die Autorin den Leser mit dem offenen Ende doch etwas im Regen stehen. Im Englischen gibt es allerdings schon Teil 2, wo ich dann auf eine baldige Übersetzung hoffe. Ein gut geschriebenes Buch für zwischendurch, das von mir 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen erhält.

Siobhan Curham ist eine mehrfach ausgezeichnete englische Autorin. Für Dear Dylan erhielt sie 2010 beispielsweise den „Young Minds Book Award“. Neben ihrer Autorentätigkeit leitet sie außerdem Schreibworkshops und ist sehr aktiv in ihrem Online-Forum für junge Autoren.

ab 13 Jahren
304 Seiten
ISBN 978-3-522-50396-9
Preis: 12,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Tolle Rezi mal wieder :).

    Das Buch kenn ich gar nicht. Hab das gleich mal auf meine WuLi. Das Buch klingt ja wirklich interessant :).

    Liebe Grüße<3

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    1. Danke dir:) Es hat auch Spaß gemacht, es zu lesen:)

      LG <3

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