Samstag, 27. September 2014

Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel von Nina Blazon



erschienen bei cbj

Ein gruseliger, zugiger alter Palazzo, Dauerregen und eine grantige Urgroßmutter. Na großartig! Kristina und Jan sind zunächst nicht gerade begeistert, dass sie die Ferien in Venedig verbringen sollen. Dass sich des Nachts seltsame Schemen aus der Lagune erheben und katzengleich die Wände der Häuser hinaufgleiten, macht die Sache für die beiden Geschwister auch nicht besser. Als dann auch noch ihre Tante Sara verschwindet und sie sich auf die Spur des gruseligen Dogen begeben müssen, beginnt für die Kinder in den Gassen Venedigs ein fantastisches Abenteuer, das seinesgleichen sucht. (Klappentext)

Das Cover dieses Buches ist richtig unheimlich gehalten. Es wirkt sehr düster, die Andeutung einer Gondel sowie zwei flüchtende Kinderschatten sind auf der berühmten Rialto-Brücke von Venedig zu sehen. Ausserdem tauchen auch noch der Vollmond und zwei schwarze Vögel auf dem Cover auf. Die Story besteht aus 31 betitelten Kapiteln und dem Epilog. Im Buch selbst sind nicht nur bei den Kapiteln, sondern auch auf jeder Seite kleine Bleistiftzeichnungen am Rand zu finden. Sieht sehr schön aus! Zusätzlich sind die Kapitel, die den Dunklen betreffen, leicht grau unterlegt, was mir sehr gut gefiel und die mysteriöse Stimmung noch betont.

Kristina und Jan verbringen die Weihnachtsferien bei ihrer italienischen Verwandschaft in Venedig. Schreckliche Ferien, denn ihre Urgroßmutter Cecilia ist nicht gerade die Liebenswürdigkeit in Person. Zudem regnet, nein, es schüttet wie aus Eimern und die Stimmung ist schlecht. Bis die Geschwister im Hotel eine geheimnisvolle Tür entdecken, die Tür zu Zimmer Nummer 13. Was verbirgt sich hinter der Tür? Und warum ist hier alles verriegelt und verrammelt? Für Kristina und Jan beginnen aufregende Ferien und sie finden sich auf den Spuren ihrer Vorfahren wieder…


Dies ist mein erstes Buch von Nina Blazon. Eigentlich nicht so ganz, denn ich kenne bereits das Kinderbuch „Der Drache aus dem blauen Ei“ – ein Buch, das nicht nur meine Kinder begeistern konnte! Nun ist „Laqua“ ja auch mehr oder weniger ein Kinderbuch, da die Altersempfehlung schon bei 10 Jahren liegt. Aber die Geschichte reizte mich so sehr, dass ich es einfach einmal ausprobieren wollte. Ich habe es keinerzeit bereut!
Kristina ist elf Jahre alt und hier unsere Protagonistin. Ein wirklich nettes und sympathisches Mädchen, mit dem man gerne befreundet sein möchte. Sie kümmert sich sehr um ihren 9jährigen Bruder Jan, denn ihre Mutter ist leider bei Jans Geburt gestorben. Ihr Vater hat aufgrund seines Jobs nicht allzu viel Zeit für die beiden. So kommt es auch, dass sie über Weihnachten bei ihrer Urgroßmutter Cecilia in Venedig sind. Eine schrullige und resolute alte Frau, der man so gut wie nichts recht machen kann. Stellenweise taten mir die Kinder deswegen schon sehr leid. Einzig ihre Tante Sara ist für sie da. Diese ist auch noch sehr jung mit ihren 22 Jahren und die Schwester von Kristinas und Jans Vater.
Bei den Altersangaben, die auf den ersten Seiten des Buches erscheinen, war ich leicht verwirrt. Ich hatte das Alter der Kinder falsch eingeschätzt. Die vorangegangenen Ereignisse stimmten einfach nicht mit den anderen Angaben überein. Eine kleine Stolperfalle, die meinen Lesefluss aber nur kurzzeitig bremste.
Luca kam mir etwas unfreundlich vor, für ihn konnte ich mich die ganze Zeit nicht richtig erwärmen. Seine kleine Schwester dagegen ist ein niedlicher Wirbelwind, den man keine Sekunde aus den Augen lassen sollte.
Der Leser wird in ein unheimliches Fantasy-Abenteuer geworfen, bei dem der Klappentext allerdings viel zu viel vorweg nimmt. Also lieber nicht vorher lesen!
Es gibt hier ein unheimliches Hotel mit einem höchst ominösen Zimmer Nummer 13. Das Hotel hat über Weihnachten geschlossen, der Grund dazu wird im späteren Storyverlauf geliefert. Ausserdem enthält die Story viele Geschichten, alte Familienlegenden und Nächte voller Magie. Alles zusammen findet seinen Ursprung schon im 14. Jahrhundert, was die Autorin sehr interessant dargestellt hat.

Nina Blazon hat mit „Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel“ ein Fantasy-Abenteuer kreiert, das sicherlich nicht nur Kinder begeistern kann. Durch ihren wahrhaft lebendigen Schreibstil erwacht die Story im Kopf des Lesers zum Leben. Die Atmosphäre wird gekonnt gruselig dargestellt, so dass einen doch ein leichtes Frösteln überkommt. Die Story lebt von der Atmosphäre und ihrem überraschenden Spannungsbogen. Aber auch bewegende Szenen sind vorhanden, die mich ein ums andere Mal schlucken ließen. Alles in allem eine routinierte Geisterjagd mit sympathischen Protagonisten und kleinen Geheimnissen. Ich vergebe für dieses Buch natürlich 5 von 5 möglichen schwarzen Katzen und werde mich auf die Suche nach weiteren schönen Büchern der Autorin machen!


Nina Blazon, geboren in Koper bei Triest, las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums. Ihr erster Fantasy-Jugendroman wurde mit dem Wolfgang-Hohlbein-Preis und dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Seither haben Nina Blazons Bücher zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Die erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin lebt in Stuttgart.

ab 10 Jahren
384 Seiten
ISBN 978-3-570-22462-5
Preis: 8,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Das neue Buch von Nina Blazon, Lillesang, kann ich dir auch nur empfehlen:)

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  2. Das Buch klingt ein bisschen wie "Zeitenzauber", was auch sehr empfehlenswert ist! :)
    LG, Anto <3
    www.itswastedtime.blogspot.de

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    1. Guten Morgen:)
      "Zeitenzauber" fand ich bisher auch sehr gut, Band 3 muss ich noch lesen:) Stimmt, dass es ähnlich klingt, hier nur ohne Zeitreisen;)

      LG :)

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