Mittwoch, 1. Oktober 2014

Vogelherz von Katherine Catmull



erschienen bei Sauerländer

„Wir müssen jetzt zurück“, sagte Summer und blieb stehen. „Wir hätten längst da sein müssen. Wir sind zu lange gegangen. Wir müssen umkehren. Wir müssen gehen…“ Ihre Stimme brach ab. „Wir müssen gehen – wohin?“, flüsterte Bird in der Fast-Dunkelheit. Aber Summer hatte den Weg verloren. Lange Zeit war es still. Das Licht schwand, die Vögel wurden lauter. Bird sah zu den dunkel werdenden Bäumen auf. „Ich glaube, es ist zu spät umzukehren.“(Klappentext)

Das Cover dieses Buches ist sehr liebevoll gestaltet. Es ist verziert mit etlichen Vögeln im Geäst, oben prangt ein großer Schwan. In der Mitte wirkt für sich allein der Titel in golden glänzender Schrift. Auf der Rückseite des Buches sieht der Leser eine karge Schneelandschaft mit zwei Mädchen. Mich überlief sogleich ein Frösteln. Vögel und Verästelungen sind auch im Einbanddeckel wieder zu finden. Die Story gliedert sich in 31 Kapitel, die zu der Numerierung noch einen Titel aufweisen. Die Kapitel sind zusätzlich noch umrankt, die Vögel dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Summer und Bird sind Schwestern. Sie leben mit ihren Eltern und einer kleinen Katze zusammen. Doch eines Tages sind genau diese Drei verschwunden. Die Schwestern finden einen Bilderbrief ihrer Mutter und versuchen diesen zu entschlüsseln. Nachdem sie zu wissen meinen, was sie tun müssen, packen sie das Nötigste zusammen und brechen auf. Zwei kleine Mädchen im Wald auf der Suche nach ihren Eltern – werden sie sie finden?


Wieder ein neuer Fantasy-Roman für mich. Ich dachte, ich werde hier eine fantasievolle und großartige Story finden, wurde aber bitter enttäuscht.
Unsere Protagonistinnen sind Summer, die zwölf Jahre alt ist und ihre Schwester Bird, neun Jahre alt. Summer ist eher die praktisch Veranlagte und ähnelt vom Wesen her ihrem Vater.
Bird ist das Mädchen mit dem Geheimnis und ihrer Mutter in vielem sehr ähnlich. Mehr habe ich über die Schwestern nicht rausfinden können und fand sie daher sehr eindimensional gestaltet.

Sie beobachtete Summer und fragte sich, warum sie immer noch da war, wenn die anderen alle weg waren.
Bird, Seite 21

„Vogelherz“ ist ja der Altersempfehlung nach ein Kinderbuch, was ich ziemlich unpassend finde. Nicht wegen brutaler Szenen, nein, die sind hier nicht vertreten. Es ist eher der komplette Schreibstil, der doch recht schwierig zu lesen ist. Ich hatte das Gefühl, dass der Leser viel interpretieren muss. Dazu kommen stellenweise noch einige Metaphern, was mir gar nicht gefällt. Wie wird es da erst einem 10-jährigen Kind gehen? Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gemacht, die einzelnen Vogelarten und ihre ganz eigene Welt zu erklären, aber mir war es viel zu viel, zu unübersichtlich und teilweise verworren. Auch kam die Geschichte nicht zum Punkt. Es war ein ständiges Gesuche und Herumgeirre ohne wirkliche Erfolge.
Massiv störten mich auch die Vögel. Hört sich jetzt wahrscheinlich etwas merkwürdig an, gerade bei so einem Titel, aber ich kam mir vor wie auf einem Seminar für Vogelkunde. Da brachten auch die fantastischen Elemente nichts mehr…

Wenn man seine wahre Gestalt findet, wenn der Wind einen trägt, wenn man sich erinnert, wer man ist, muss man gehen.
Seite 20

So wie dieser Satz schon sagt, gibt es viele Sätze mit „wenn – dann“. Das war mit der Zeit ermüdend, denn es ist eine leidige Frage, die wir uns im realen Leben auch lieber nicht zu oft stellen sollten. Wenn ich dies nicht gemacht hätte, dann wäre das aber nicht passiert. Bringt einem ja hinterher sowieso nichts mehr. In diesem Buch sind diese Sätze aber nicht nur auf die Vergangenheit gemünzt, sondern stellenweise auch auf die Zukunft.
Oftmals sprechen die Charaktere sehr in Rätseln und man weiß oft nicht, was real ist oder was nicht. Auch dies war ein Teil der Geschichte, der mich eher nervte als begeisterte. 

Katherine Catmull konnte mich mit ihrem Debütroman „Vogelherz“ so gar nicht begeistern. Ich hatte anhand des Klappentextes ein modernes Märchen erwartet. Die Elemente dafür sind auch durchaus vorhanden, aber in der Umsetzung haperte es gewaltig. Die Autorin verstrickt sich in zu vielen komplizierten, rätselhaften Andeutungen und Metaphern, was dieses Buch einfach nur langatmig und keinesfalls spannend macht. Auch habe ich die Höhepunkte in dieser Story schmerzlich vermisst. Die Geschichte schleppt sich einfach so dahin, bis sie in einem durchaus schönen und passenden Ende versiegt. Der Weg dorthin war für mich als Leser steinig und schwer… Leider kann ich daher nur 2 von 5 möglichen schwarzen Katzen vergeben.


Katherine Catmull ist Schauspielerin, Autorin, Synchronsprecherin und Drehbuchautorin. Sie lebt in Austin, Texas. „Vogelherz“ ist ihr erster Roman.

ab 10 Jahren
448 Seiten
ISBN 978-3-7373-5133-1
Preis: 16,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Zu guter Letzt möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses  Exemplars bedanken!

Kommentare:

  1. Oh, schade :(
    Das Cover sieht wirklich sehr vielversprechend aus.
    Eigentlich mag ich ja dieses verworrene, geheimnisvolle auch mal ganz gerne und Metaphern liebe ich auch - allerdings für die Altersstufe wirklich nicht grade geeignet ^^
    Ich werds mir aber trotzdem mal merken, weils mich interessiert, ob ich das gleiche beim Lesen empfinden würde :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Mach das, vielleicht gefällt es dir ja wenigstens:)

      LG:)

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