Montag, 17. November 2014

Funkentanz von Nora Miedler



erschienen im Arena Verlag

Der Klappentext

Emilia hat vergessen, wer sie ist. Als sie mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus erwacht, erinnert sie sich weder an das Datum noch an ihr Spiegelbild. Von den beiden Fremden, die sich ihr als Vater und Mutter vorstellen, weiß sie genauso wenig wie von dem Brand, der ihr Zuhause zerstört hat. Was ist geschehen und warum weigern sich alle so beharrlich, ihr etwas von ihrer Vergangenheit zu erzählen? Erst als eine alte Freundin auftaucht, beginnt Emilia zu begreifen, in welcher Gefahr sie schwebt. Eine Gefahr, die immer größer wird, je näher sie der Wahrheit kommt.

Meine Meinung zum Cover

Das Cover erinnert mich an ein Silvesterfeuerwerk. Passend zum Titel sind hier auf schwarzem Untergrund rot sprühende Funken zu sehen. Sieht toll aus! Ebenso das eingearbeitete Herz im Funkenregen. Die Fonts im Titel und Autorennamen wirken stilvoll und keineswegs zu überladen. Auch die Verschnörkelungen im Hintergrund finde ich sehr schön und passend gewählt. Die Story besteht aus dem Prolog und 11 relativ langen Kapiteln. Das Buch wurde mir mit einem gelben Absperrband geliefert, was ich wirklich toll fand.

Meine Zusammenfassung

Die 16-jährige Emilia erwacht im Krankenhaus. Ohne Erinnerung. Sie weiß weder ihren Namen, noch kann sie sich an ihre Eltern oder Freunde erinnern. Alle persönlichen Erinnerungen sind einfach verschwunden. Sie muss es einfach so hinnehmen, dass die fremden Leute an ihrem Bett die Wahrheit sagen und ihre Eltern sind. Als Emilia wieder zu Hause ist, beginnt sie Fragen zu stellen. Fragen, die ihr helfen sollen, ihre Gedächtnislücken zu schließen. Doch ihre Eltern rücken nicht wirklich mit der Sprache heraus. Gerade nicht, wenn Emilia nach dem Brand fragt, der ihr früheres Elternhaus komplett zerstört hat…


 Charaktere und meine Meinung

Emilia ist ein sympathisches junges Mädchen, das mit einem meiner schlimmsten Albträume erwacht. Wie grausam muss es sein, wenn man sich nicht einmal an seinen eigenen Namen, geschweige denn an liebevolle Menschen in seinem Umfeld erinnern kann? Ein absolutes Horrorszenario für mich. Emilia hat selbstverständlich auch einige Probleme, damit umzugehen. Es entsteht ein regelrechtes Chaos in ihrem Kopf und ihrer Welt. Ihre Eltern lassen ihr auch nicht wirklich die Hilfe zukommen, die sie benötigt. Oftmals wirkte Emilia auf mich sehr überdreht und tollpatschig. Sie rennt einfach so auf den Nachbarsjungen zu, an den sie sich ja auch nicht erinnern kann und stößt sich auf dem Weg dorthin noch drei Mal den Kopf… Auch wirkt sie so manches Mal sehr vertrauensseelig, was ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Sie hat momentan überhaupt keine Erinnerung an irgendetwas, aber lässt sich von einer fremden jungen Frau in ein Auto bugsieren und ins Ungewisse mitnehmen. Fand ich nicht sehr logisch.
Emilias Eltern erscheinen mir wahnsinnig nervös, die Mutter ist überaus eingeschüchtert ihrem Mann gegenüber. Ausserdem erzählen die beiden Emilia nicht wirklich etwas über die schrecklichen Ereignisse, die sich anscheinend unmittelbar vor Emilias Verschwinden und der damit zusammenhängenden Amnesie zugetragen haben.

Die Story startet mit einem äusserst knappen und knackigen Prolog, was mich sogleich begeisterte. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Umgebungsbeschreibungen hielten sich sehr vage, waren aber durchaus ausreichend. Ich persönlich muss ja nicht solche ellenlangen Ausschweifungen haben.
Mit der Zeit tauchen kleine Erinnerungsfetzen in Emilias Kopf auf – nun gilt es, diese zu einem Ganzen zusammen zu setzen. Einige Dinge empfand ich durchaus vorhersehbar, andere wiederum rätselhaft und überraschend. Diese Geschichte war eine wahre Achterbahnfahrt für mich!
Oftmals werden Sätze der Charaktere nicht zu Ende geführt oder es kommt zu unlogischen Handlungen, was mich mitunter sehr störte. Es kommen immer neue Variablen ans Tageslicht, was für eine kurzweilige Spannung sorgte. Auch werden im letzten Drittel die Hintergründe in Gesprächen geklärt, was aber leider nicht ganz so spektakulär war, wie ich mir erhofft hatte.
Nach Beenden des Buches blieb bei mir noch eine wichtige Frage offen: Warum heißt dieses Buch „Funkentanz“? Ich habe da leider keinerlei Bezug zur Story herstellen können. Für mich war es eher wie ein Tanz auf dem Vulkan ;)

 Mein Fazit

Nora Miedler konnte mir mit ihrem Jugendthriller „Funkentanz“ eine kurzweilige Leseunterhaltung bieten, an der mich aber massiv die teilweise unlogischen und nicht zu Ende geführten Gespräche und Handlungsabläufe der Charaktere störten. Die Protagonisten blieben eher etwas blass für mich und nicht ganz ausgereift. Die Idee hinter der Story finde ich nach wie vor sehr interessant und auch spannend, wobei hier das Potenzial leider nicht ganz ausgeschöpft wurde. Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen, der Leser muss sich nicht mit nicht erklärten Fremdwörtern herumschlagen. Für meine Achterbahnfahrt durch Emilias Leben und die dazugehörige Story kann ich leider nur 2 von 5 möglichen schwarzen Katzen vergeben.



 Die Autorin

 Nora Miedler, geboren 1977, studierte Schauspiel am Konservatorium Wien und war auf zahlreichen Bühnen zu sehen. Ihr Krimidebüt Warten auf Poirot war der Überraschungserfolg des Jahres 2009 und wurde für den Leo Perutz Preis der Stadt Wien für Kriminalliteratur nominiert. Mittlerweile ist das Schreiben ihre Hauptbeschäftigung.

Ab 12 Jahre
240 Seiten
ISBN 978-3-401-06922-7
Preis: 9,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag und der Autorin für die Bereitstellung dieses interessanten Exemplars bedanken!

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