Freitag, 2. Januar 2015

Dancing Jax – Zwischenspiel von Robin Jarvis




erschienen bei Script 5

Der Klappentext

An die, die noch immer um jeden Preis Widerstand leisten (ich weiß, ein kleiner, verstreuter Haufen existiert noch), entweder weil ihr einen eisernen Willen habt oder einfach das Glück, so wie ich immun gegen diesen Wahnsinn zu sein: Ich rate euch dringend, das Land zu verlassen! Verschwindet von da. Ihr könnt nichts mehr ausrichten.

Vor einigen Monaten tauchte ein merkwürdiges altes Buch in einer britischen Kleinstadt auf und zog all jene, die es lasen, in seinen Bann. Inzwischen wurde das Buch in großem Stil veröffentlicht und ganz Großbritannien ist ihm verfallen. Diejenigen, die sich seinem Einfluss widersetzten, wurden getötet. Doch es gibt einige, auf die das Buch keine Wirkung hat. Sie werden Abtrünnlinge genannt, werden verfolgt und gejagt, auch von ihren eigenen Familien und Freunden. Dies ist ihre Geschichte.

Meine Meinung zum Cover

Das Cover finde ich erneut einfach nur ganz klasse. Es zeigt abermals den Teil eines Skeletts, das dieses Mal eine königliche Robe trägt. Sehr bizarr, aber natürlich absolut passend zur Geschichte. Das Spielkartensymbol zeigt hier Herz. Die Story ist in 29 Kapitel unterteilt.


Charaktere und meine Meinung

Es sind nunmehr fünf Monate seit der Verbreitung von Dancing Jax vergangen und Großbritannien ist vollkommen infiltriert worden. Eigentlich hatte ich hier ein Wiedersehen der bereits bekannten und verbliebenen Charaktere erwartet, aber dem ist nicht so. Martin Baxter ist in diesem Teil eine ganz kleine Randfigur, was ich anfangs sehr schade fand. Denn so musste ich mich mit neuen Figuren vertraut machen, was nicht ganz einfach war. Es tauchen hier nämlich sehr viele neue Personen auf. Es geht um eine Gruppe von 31 Jugendlichen und Kindern, die als Abtrünnige gelten. Denn Dancing Jax wirkt bei ihnen nicht – aus welchem Grund auch immer.
Da gibt es zum Beispiel Alasdair, der eher der Coole und Ruhige ist. Er fällt zuerst nicht besonders auf.
Charm ist eine kleine Quasselstrippe, die nicht gerade die Hellste ist und unbedingt auch endlich nach Mooncaster möchte. Sie nutzt jede Chance, vor eine Kamera zu kommen und weiß auch genau, wie sie dies anstellen muss. Mit der Zeit mochte ich sie sehr gerne, denn sie soll noch für die eine oder andere Überraschung sorgen…
Marcus ist eher der Macho, der sehr eingebildet wirkt. Doch wie bei den meisten der Charaktere muss man auch ihn erst einmal richtig kennenlernen und ihm eine Chance geben.
Jody hat wahnsinnige Angst, wieder einen geliebten Menschen an diese neue Welt zu verlieren. Daher erscheint sie sehr hart und lässt keinen zu nah an sich ran. Eine grenzwertige Figur.
Christina gehört mit ihren sieben Jahren zu den Jüngsten der Gruppe und ist total verängstigt. Sie hängt sich an Jody, die sich stellenweise ganz gut um die Kleine kümmert. 
Maggie war mein persönlicher Liebling. Sie sagt, was sie denkt, hat ihren eigenen Humor und entspricht nicht dem gängigen Schönheitsideal: Sie hat eindeutig ein großes persönliches Problem und daher einige Pfunde zuviel. Doch Äusserlichkeiten sind nicht so wichtig – Maggies Herz sitzt am rechten Fleck, was sie in vielen Situationen immer wieder beweist.
Lee ist auch eher einer der Unauffälligen, der aber stets so wirkte, als ob er etwas zu verbergen hat. Ein durchaus sympathischer Charakter.
Die meisten Kids wurden von ihren Eltern, die ihre Rolle in Dancing Jax schon innehaben, ins Camp gebracht. Dies sorgte allerdings nicht für herzzerreissende Abschiede.

Nur ein Abschied war voll von gegenseitiger Trauer.
Seite 105

Nach einem großartigen Teil 1 musste ich mir sofort Band 2 und auch das Finale besorgen – es führte kein Weg daran vorbei! Meine Erwartungen waren sehr groß, wurden aber nicht so ganz erfüllt. In diesem Band geht es hauptsächlich um das Leben der Menschen in Mooncaster, was mich doch sehr überraschte. Waren diese Kapitel im ersten Band noch in kursiver Schrift gehalten, gehörten sie hier schon ganz „normal“ zum Inhalt. Dies sorgte bei mir persönlich für einige langatmige Lesemomente und ähnelten wirklich einem Zwischenspiel. Zusätzlich liegt das Augenmerk auf dem Camp, in dem die Kinder und Jugendlichen gefangen gehalten werden. Dort sollen sie durch drastische Maßnahmen doch noch bekehrt werden. Wie schon erwähnt, ist Martin Baxter eine Randfigur und auch der große Ismus spielt eine verhältnismässig kleine Rolle. Der Leser wird dafür mit den verschiedenen Kreaturen des Buches vertraut gemacht, erlebt die brutalsten Grausamkeiten (nichts für schwache Mägen) und kann sich an sehr ausführlichen Beschreibungen von Mooncaster ergötzen. Gerade der Jangler macht den Kindern das Leben schwer und hetzt sie so mit der Zeit gegeneinander auf. Mir war dies einfach etwas zuviel. Es fehlte der besondere Zauber, der mich im ersten Teil mühelos in seinen Bann gesogen hatte.

Mein Fazit

Robin Jarvis konnte mich mit seinem zweiten Teil der Trilogie nicht ganz so begeistern, wie noch mit dem Auftakt. Trotzdem ist dies ein ganz tolles Buch, das einen nicht loslässt. Es hat mich zwar nun nicht mehr so verzaubern und mitreissen können, doch ich musste einfach wissen, was weiterhin in Mooncaster passiert. Die neuen Charaktere wuchsen mir mit der Zeit immer mehr ans Herz, sodass mir einige Opfer doch einen Kloß in den Hals trieben. Der Schreibstil des Autors ist einfach klasse und leicht weg zu lesen – da gibt es gar keine zwei Meinungen. Die Story endet hier mit einigen für mich großen Überraschungen und einem klasse Cliffhanger. Ich hoffe, dass bei „Dancing Jax – Zwischenspiel“ der Titel wirklich Programm war und das Finale noch einmal absolut großartig werden wird. Für diesen Mittelband der Trilogie vergebe ich 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Die Reihe:

Dancing Jax – Auftakt Rezi
Dancing Jax – Zwischenspiel
Dancing Jax – Finale

Der Autor

Mit dem Schreiben und Illustrieren begann Robin Jarvis 1988. Seine Bücher wurden in Großbritannien mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und haben sich bereits mehr als eine Million Mal verkauft. Was der Autor, der in London lebt, überhaupt nicht mag, sind Geschichten, in denen er niemanden umbringen kann.

ab 16 Jahren
544 Seiten
ISBN 978-3-8390-0135-6
Preis: 14,95 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Hey,
    ich bin ganz deiner Meinung, zwischendrin war es ein bisschen langweilig. Dafür ist das Ende umso besser. Freu dich auf den dritten Teil. Für mich der beste der Reihe :)
    Lg Kerstin

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    1. Hey, Kerstin:)

      Dann bin ich ja froh, dass es mir nicht alleine so ging;) Im dritten Teil bin ich schon wieder völlig versunken - das Ende wird bestimmt klasse!

      LG:)

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