Mittwoch, 7. Januar 2015

Unsterblich – Tor der Dämmerung von Julie Kagawa



erschienen bei Heyne fliegt

Der Klappentext

Grenzen, Mauern und Verbote gehören zum Alltag der 17-jährigen Allison, seit sie denken kann. Denn sie wächst in einer Stadt auf, in der die Menschen von den Vampiren regiert werden, grausamen Fürsten der Nacht. Sie haben sich eine Luxuscity errichtet und lassen ihre Gefangenen, die ihnen regelmäßig Blutzoll schulden, für sich schuften. Jeder kleinste Verstoß gegen die Regeln wird geahndet, und Allison erfährt schon früh, dass ihr Leben nicht viel wert ist. Als sie vor die Wahl gestellt wird, zu sterben oder ihren Unterdrückern gleich zu werden, entscheidet sie sich für den Weg der Unsterblichkeit – und hofft, nun endlich unangreifbar zu sein. Doch vor den Toren der festungsartig abgeriegelten Stadt lauert etwas, vor dem sich sogar die Vampire fürchten …

Meine Meinung zum Cover

Das Cover ist etwas japanisch angehaucht. Dies liegt an der Waffe, die Protagonistin Allie trägt. Es handelt sich hierbei um ein Katana, ein Schwert der Samurai. Ansonsten besitzt die verwendete Schrift einige Schnörkel, was sehr schön aussieht. Die Farben sind dezent gesetzt worden, nichts Aufdringliches. Die Story besteht aus vier Teilen, in denen sich 25 spannende Kapitel befinden.


Charaktere und meine Meinung

Allie ist eine sehr taffe, junge Protagonistin. Sie versucht sich in der zerstörten Welt zurecht zu finden, was nicht einfach ist. Jeder Tag ist ein erneuter Kampf ums Überleben. Die Nahrungssuche ist gefährlich, gerade, weil Allie zu den Unregistrierten gehört. Sie hat kein schützendes Siegel, das sie als Eigentum des Prinzen Salazar kennzeichnet. Allie lebt mit einigen anderen im Saum, dem äussersten Randbezirk von New Covington. Der Saum ist in verschiedene Sektionen eingeteilt und hier sind sogar Bücher verboten. Grausam!!! Wenn ein Bewohner mit diesen seltenen Schätzen von den vampirischen Meistern erwischt wird, hat dies unter Umständen die Todesstrafe zur Folge.
Stick, der eigentlich Stephen heisst, ist ein sehr ängstlicher junger Mann. Er zieht lieber den Kopf ein, bevor er ein zu großes Risiko eingeht. Er machte mich stellenweise etwas wütend, da so ein Mensch in dieser Ruinenstadt kaum eine Chance zum Überleben hat und somit als schwächstes Mitglied einer Gruppe eine Gefahr für diese darstellt.
Rat war mir von Anfang an sehr unsympathisch. Er hält kaum Regeln ein und ist zudem auch in seiner Wortwahl nicht immer sehr nett.
Kanin ist schonungslos offen und ehrlich. Er trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum, was zu einem späteren Zeitpunkt noch enthüllt wird. Ihm stand ich etwas zwiespältig gegenüber. Die Gründe hierfür möchte ich wegen Spoilergefahr nicht näher erläutern – das werdet ihr beim Lesen selbst herausfinden müssen ;)
Zeke ist ein freundlicher, netter Kerl, den man auf Anhieb mag. Er hat den Glauben an das Gute noch nicht verloren und gibt nicht so schnell auf.
Jeb ist ein Pfarrer, der das genaue Gegenteil von Zeke ist. Er hat auf seinem Weg schon zuviel gesehen, was ihn kaltherzig und sehr streng macht. Jeb möchte für seine Gruppe nur das Beste, doch die Mittel sind manchmal sehr fragwürdig.

Das waren die Charaktere. Einige davon. Jetzt wird es schwierig, meine Gefühle und Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen…
Es ist 60 Jahre nach einer verheerenden Epidemie und die Welt liegt in Trümmern. Ruinen sind alles, was noch übrig geblieben ist. Der Leser begleitet Allie auf ihrer Reise. Jeder Buchabschnitt beinhaltet eine bestimmte Station der Reise, ohne den roten Faden zu verlieren. Die einzelnen Storyteile bauen stetig aufeinander auf, was mir sehr gut gefallen hat. Es ist klasse strukturiert und an einigen Textpassagen überaus überraschend. Julie Kagawa bietet dem Leser hier weit mehr als einen „simplen“ Vampirroman – es geht wesentlich mehr in die Tiefe, ohne dabei die Spannung ausser acht zu lassen. Spannungselemente und die etwas ruhigeren Szenen wechseln sich gekonnt ab, was auch mir immer wieder eine kleine Atempause verschaffte.
Auch, wenn Vampire natürlich reine Fiktion sind (hoffe ich doch!), wird die Entstehung und das Leben derer hier sehr gut anhand von verschiedenen Aspekten erklärt. So etwas hatte ich bisher noch nicht gelesen. Somit erhielt ich das erste Mal einen wirklichen Einblick in das Vampirleben, der zudem noch durch Fakten begründet wurde.
Ebenfalls hat mir der Zusatz einer dystopisch dargestellten Welt sehr gut gefallen. Es war eine perfekte Mischung aus verschiedenen Genres. Dazu noch die Verseuchten, die mich stark an Zombies erinnerten – klasse geschrieben! Überhaupt ist der komplette Schreibstil der Autorin einfach nur atemberaubend und super.

In dieser Welt muss man stark sein, sonst war man bald tot.
Seite 75

Mein Fazit

Julie Kagawa hat mich mit dem Auftaktband zu ihrer Vampirreihe quasi umgehauen. Sie hat eine ganz andere Seite ihres Könnens präsentiert und somit einen wunderbar strukturierten Roman erschaffen, bei dem stets der rote Faden zu erkennen war. „Unsterblich – Tor der Dämmerung“ ist kein plumper Vampirroman, in dem es „nur“ um das Blutsaugen und Vernichten der Kreaturen geht. Es geht um viel mehr, nämlich um Freundschaft, Verlust, Liebe, Kampf und Loyalität. Die Autorin bietet dem Leser ein Feuerwerk an Spannung und ruhigen Sequenzen, die zu jeder Zeit authentisch wirken. Das Buch endet nicht mit einem großen Cliffhanger, lässt aber genug Raum und Spannung für den nächsten Teil offen. Von mir gibt es ganz klar 5 von 5 möglichen schwarzen Katzen.

Manchmal muss man einfach unvorstellbare Entscheidungen treffen um zu überleben.


 Die Reihe:

Unsterblich – Tor der Dämmerung
Unsterblich – Tor der Nacht

Die Autorin

Schon in ihrer Kindheit gehörte Julie Kagawas große Leidenschaft dem Schreiben: Langweilige Schulstunden vertrieb sie sich damit, all die Geschichten festzuhalten und zu illustrieren, die ihr im Kopf umher spukten - nicht gerade zur Freude ihrer Lehrer. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie später ihr größtes Interesse zum Beruf und wurde Autorin. Sie lebt und schreibt mit ihrem Mann, zwei schwer erziehbaren Katzen und zwei Hunden in Louisville, Kentucky.

ab 14 Jahren
608 Seiten
ISBN 978-3-453-26857-9
Preis: 16,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Huhu :)

    tolle Reziii :)) .. ich sollte es endlich mal lesen :D aber i.wie will ich erst die Plötzlich Fee Reihe beenden :)

    Liebe Grüße<3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey, liebe Mella:)

      Ja, die Reihe lohnt sich auf jeden Fall. Bin gerade beim 2. Teil und auch der ist ganz toll. <3 Und das, wo ich die ganzen Vampirgeschichten doch bei mir eher hintenan stelle... Julie Kagawa ist einfach klasse!

      LG<33

      Löschen