Dienstag, 17. Februar 2015

Die Auslese – Nichts vergeben und nie vergessen von Joelle Charbonneau




erschienen bei Penhaligon

Der Klappentext

 Cia Vale ist gemeinsam mit ihrem Freund Tomas an der Akademie von Tosu City aufgenommen worden. Und obwohl die Regierung ihnen ein Medikament verabreicht hat, das alle Erinnerungen an das brutale Auswahlverfahren der »Auslese« löschen soll, hat Cia nichts vergessen – weder die schrecklichen Todesfälle noch ihre Liebe zu Tomas.
Ab sofort kennt sie nur noch ein Ziel: die »Auslese« zu beenden, indem sie dafür sorgt, dass die ganze Welt die grausame Wahrheit erfährt. Doch damit bringt Cia nicht nur sich selbst, sondern auch alle, die sie liebt, in größte Gefahr ...

Meine Meinung zum Cover

Auf dem Cover sieht der Leser erneut Protagonistin Cia mit wehendem Haar. Es ist dem Cover des ersten Bandes ähnlich, sagt mir aber etwas mehr zu. Hinter Cia ist eine Ruinenstadt zu sehen, was für mich ganz klar für eine Dystopie steht. Der Titel ist abermals geprägt, was mich immer wieder sehr anspricht. Die Story besteht aus 19 Kapiteln und wird ein weiteres Mal aus Cias Sicht erzählt.


Charaktere und meine Meinung

Wirkte Cia im ersten Band noch zäh und vorausschauend auf mich, war dem in diesem Teil leider nicht mehr so. Sie wurde sehr von ihrer Angst geleitet – die Angst vor dem Versagen war besonders groß. Dadurch erschien mir das junge Mädchen sehr zerbrechlich. Keine gute Voraussetzung, um die Auslese auslöschen zu wollen…
Tomas wurde etwas in den Hintergrund gedrängt, da er unter anderem einem anderen Tätigkeitsfeld als Cia zugeteilt wurde. Den Rest der Zeit war er mir nicht sonderlich sympathisch.
Michal ist auch wieder mit von der Partie und ich empfand ihn als sehr offenherzig Cia gegenüber. Dies sorgte bei mir für einige Pluspunkte, ich konnte ihn etwas besser einschätzen.
Stacia verschwindet ebenfalls in der Versenkung, da auch sie mit Cias Umfeld nicht mehr viel gemein hat. Schade, denn sie mochte ich recht gerne.
Will dagegen tritt in den Vordergrund. Er ist oftmals an Cias Seite. Bei ihm war ich mir zu keiner Zeit sicher, ob ihm zu trauen ist oder ob er sich doch an Einzelheiten aus dem Auswahlverfahren erinnert…
Ian gefiel mir als Studienberater recht gut, doch eine richtige Verbindung konnte ich zu ihm nicht aufbauen.
Ebenso wenig zu Enzo, der direkt aus Tosu-Stadt als Student zu seinen Mitstreitern stösst.

Bei mir ist zwar das Lesen des ersten Bandes noch nicht so lange her, doch fiel mir der Einstieg unheimlich schwer. Ständig gab es kryptische Andeutungen, die ich in keinen konkreten Zusammenhang bringen konnte. Zudem waren mir die ersten 50 Seiten schlichtweg zu langatmig. Die erneute Prüfung, der sich die Studenten unterziehen mussten, verlief für den Leser bald in allen Einzelheiten und ermüdete schon etwas. Dann noch Cias ständige Angst vor dem Versagen – wo war das taffe und zähe Mädel aus dem Vorgängerband hin? Sie wirkte sehr unscheinbar, bald roboterhaft gesteuert und vor allem von der Angst zermürbt. Hier sah ich leider gar keine Entwicklung.
Auch das Herumzeigen der neuen Räumlichkeiten nach bestandener Prüfung zog sich endlos. Über 100 Seiten war keine Action zu spüren, Spannung kam erst gar nicht auf.
Zudem werden viele neue Figuren ins Spiel gebracht, die ich zum größten Teil für sehr unwichtig hielt. Ein Register hätte hier gut getan, denn ich konnte mir beim besten Willen die ganzen Namen nicht merken und schon gar nicht mehr zuordnen.

 Mein Fazit

Ich empfand Joelle Charbonneaus Mittelband der Trilogie als sehr ermüdend und unnötig in die Länge gezogen. Mich konnte die Story an den wenigsten Stellen packen, die Hauptcharaktere machten keinerlei Entwicklung durch und blieben oftmals sehr blass. Spannende Szenen kamen erst nach ungefähr der Hälfte des Buches zum Vorschein, davon natürlich wieder einige sehr brutale. Der Leser spürt ein ständiges Konfliktpotenzial, was ich allerdings sehr interessant fand. Ich hatte oft das Gefühl, die Bücher von Veronica Roth nur mit anderen Protagonisten vor mir zu haben. Das sagte mir persönlich gar nicht zu, denn diese Bücher habe ich bereits gelesen und brauche somit keine Kopie. Der Schreibstil der Autorin ist weiterhin flüssig, die Satzkonstruktionen gut verständlich. Dieses Buch war für mich ein eher mässiger Mittelband und ich hoffe ganz stark auf das Finale, denn das Ende birgt wieder einiges an Potenzial! Leider kann ich aber für „Die Auslese – Nichts vergeben und nie vergessen“ nur knappe 3 von 5 möglichen schwarzen Katzen vergeben.


Die Reihe

Die Auslese – Nur die Besten überleben Rezi
Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben
Graduation Day (Orginalausgabe)

Die Autorin 

Joelle Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin war. Heute ist die Schriftstellerei ihre größte Leidenschaft. Joelle Charbonneau lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Chicago. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Schauspiel- und Stimmtrainerin.

416 Seiten
ISBN 978-3-7645-3118-8
Preis: 16,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Aaaahh Claudia,

    das trifft mich tief ^^. Naja ich überlege schon die ganze Zeit, ob ich mir das Buch besorgen soll. Der Auftakt hat mir gefallen, aber mittlerweile ist die Wartezeit so ewig lang gewesen, dass ich die Reihe gar nicht mehr so auf dem Schirm hatte. Styletechnisch hat sich ja auch einiges geändert. Dein Eindruck klingt doch etwas ernüchternd. Hach, was mach ich jetzt nur.

    LG
    Anja

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    1. Hey, Anja:)

      Ja, ich war auch etwas enttäuscht. Teil 1 fand ich nun auch nicht soooo überragend, aber hier brauchte ich eine Ladung Koffein, um durch zu kommen;) Ist ja wie immer alles Geschmackssache - die Meinungen gehen zu dem Buch echt auseinander... Wenn du die Reihe eh nicht mehr so auf dem Schirm hattest, musst du nun auch nicht weiterlesen. Anderen Büchern lechzt man dann vielleicht doch noch eher hinterher:)

      LG:)

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  2. Huhu :)

    Das hat mich jetzt doch ein bisschen überrascht, da mir das Buch sehr gut gefallen hat. Ich kann verstehen, dass der Anfang als lang und ereignislos erscheinen kann und Lesegeschmäcke sind ja nicht immer gleich :) Vielleicht kann der Abschluss dich wieder mehr überzeugen ;)

    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Hey, Jenny:)

      Ja, das hoffe ich doch. Dies war einfach so gar nicht mein Fall - gut, dass die Geschmäcker verschieden sind! ;)

      LG:)

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  3. Huhu Claudia,

    oh nein es hat dir nicht gefallen :-( Das macht mir nicht gerade Mut es zu lesen. Mich konnte Band 1 schon nicht so überzeugen. Und dabei dachte ich eigentlich aufgrund des Klappentextes, dass es eher etwas für mich ist.
    Eine Kopie zur Bestimmung hört sich echt blöd an. Das war ja auch schon mein großer Minuspunkt in Band 1.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Guten Morgen, liebe Sandra:)

      Nee, nicht so richtig:( Da fand ich Band 1 noch besser, obwohl mich das auch nicht total vom Hocker reissen konnte. Die gravierenden Ähnlichkeiten sind mir im ersten Teil gar nicht sooo aufgefallen, aber hier habe ich aus Gewohnheit schon fast die Namen getauscht;)
      Es gibt ja sehr unterschiedliche Meinungen zu dem Buch - einfach überraschen lassen und ausprobieren.

      LG:)

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