Samstag, 18. April 2015

Stadt der Verborgenen (Die Phoenicrus-Trilogie Band 1) von Mirjam H. Hüberli




erschienen bei Impress

Der Klappentext

»Es ist nur ein alter Brief!«, versucht Zara sich einzureden, als sie den zerfledderten Umschlag zwischen zwei Buchseiten entdeckt. Doch mit dem Fund ist nichts mehr so, wie es mal war. Sogar die wirren Erzählungen ihres senil geglaubten Großvaters ergeben plötzlich Sinn. Zara hat eine Schwester! Yosephine – verschwunden, ebenso wie all die Erinnerungen an sie. Und der Brief ist nur der Anfang einer langen Kette von Hinweisen. Zusammen mit ihrem Großvater und dem draufgängerischen, aber doch faszinierenden Ben macht sie sich auf die Suche nach Yosephine und der sagenumwobenen Stadt der Verborgenen. Nur, wie findet man einen Menschen, an den man keinerlei Erinnerung mehr hat? Und einen Ort, der nicht gefunden werden will?

Meine Meinung zum Cover

Das Cover ist nicht sehr spektakulär, aber trotzdem richtig schön. Die Farben sind schwache Rot- und Orangetöne, das Verlagslogo erscheint dazu in einem zarten Gelb. Als Motiv erblickt der Leser wahrscheinlich Protagonistin Zara, die ihren Blick zur Seite richtet. Hinter ihr ist ein Wald zu erkennen, der auch eine Rolle in der Geschichte spielt. Was mir gut gefällt, sind die wellenartigen Funken, die sich am oberen und unteren Rand befinden. Die Story beinhaltet einen Prolog, 16 betitelte Kapitel und den Epilog.


Charaktere und meine Meinung

Zara: die Chaosqueen
Ben: der Vollpfosten
Lila: der Paradiesvogel
Chris: der Held
Isa: die Schlagfertige
Cilia: die Medusa
Zaras Opa: der rüstige Rentner

Zara ist eine wahnsinnig sympathische Protagonistin, die ich von der ersten Seite an in mein Herz geschlossen hatte. Sie erfindet einen ganz eigenen Modestil und gibt dem Begriff „Bad Hair Day“ eine besondere Note. Mathematik und Chemie zählen nicht unbedingt zu Zaras Lieblingsfächern, wobei sie mir aus der Seele spricht! Da kann man auch schon mal an Tagen verschlafen, an denen Mathe in der ersten Stunde auf dem Plan steht… Zara ist schlagfertig und humorvoll, mit einer Prise Sarkasmus – absolut göttlich dieses Mädchen!
Ben wird von der Autorin nicht nur auf sein gutes Aussehen (grüne Augen und schwarze Locken) reduziert, er hat auch durchaus etwas im Kopf. Sein erster Auftritt hatte etwas unheimlich Charmantes an sich, auch wenn ich in der Situation nicht an Zaras Stelle hätte sein mögen…
Lila ist eine Freundin wie aus dem Bilderbuch. Sie ist stets an Zaras Seite und unterstützt sie, wo sie kann. Eigentlich trifft dies aber auch noch auf Chris und Isa zu, die mir ebenfalls sympathisch waren. Lila kleidet sich auffällig und hat eine Vorliebe für griechische Mythologie.
Zaras Opa wirkt oft sehr merkwürdig, da man nicht einschätzen kann, ob er gerade verwirrt ist oder nicht. Andererseits ist er für sein Alter noch sehr vital und macht auch vor einer Abenteuerreise ins Ungewisse nicht halt.

Die Story startet mit einem kurzen und knackigen Prolog, wofür ich gern Bonuspunkte vergebe. Doch auch so hatte mich die Story innerhalb von Sekunden gepackt! Wäre der Akku meines Readers nicht nach 30% leer gewesen, hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ich kannte bis jetzt nur die E-Short von Mirjam Hüberli, die mich schon begeistern konnte. Sie hat eine ganz eigene Art von Schreibstil, den ich wirklich wahnsinnig gerne mag. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass gerade Zara sich nicht allzu ernst nimmt und durch ihre „Pannen“ amüsant, aber keinesfalls lächerlich wirkt. Die Idee hinter der Story fand ich sehr interessant und auch toll umgesetzt. Es geht hier nicht nur um die Suche, die dann vielleicht die ganzen Seiten über geschildert wird. Nein, es ist auch genügend Zeit für das Zwischenmenschliche geblieben, was oft in diverser Geheimniskrämerei und sonstigen Dingen untergeht. Es gibt auch schon relativ viele Erklärungen und Informationen, die sehr gut platziert wurden. So braucht der Leser nicht mit einem Fragezeichen im Gesicht bis zum nächsten Teil zu warten ;)
Auch die Schmetterlinge im Bauch der Protagonisten wurde nicht vergessen und bringen so noch eine erneute Komponente mit ins Spiel.

Mein Fazit

Ich fühlte mich von Mirjam H. Hüberlis Auftaktband zu ihrer neuen Trilogie von der ersten Seite an abgeholt und wurde wahrlich mitgerissen. Sie hat es wunderbar geschafft, nicht nur liebenswerte Figuren zu erschaffen, sondern ihnen auch Leben einzuhauchen. Egal, wie groß die jeweilige Rolle ist, alle wirkten auf mich lebendig und authentisch. „Stadt der Verborgenen“ ist eine Mischung aus Abenteuer, Geheimnissen, Spannung und Emotionen – man merkt ganz deutlich, wieviel Herzblut die sympathische Autorin in diese Story eingebracht hat! Einen ganz großen Kritikpunkt habe ich allerdings noch: Der Cliffhanger am Ende - wie soll ich es denn bitte noch einige Wochen bis zum Erscheinen von Band 2 aushalten? Ich verzweifle jetzt schon, vergebe aber erst einmal für einen grandiosen ersten Teil 5 von 5 möglichen schwarzen Katzen.



PS: Teil 2 ist ab sofort vorbestellbar, was ich natürlich auch sofort genutzt habe :) 


Die Reihe:

Stadt der Verborgenen
Akademie der Gebrannten (erscheint voraussichtlich im Mai 2015)
Band 3 erscheint voraussichtlich im September 2015

Die Autorin

Vor vielen Jahren erblickte Mirjam H. Hüberli, dicht gefolgt von ihrer Zwillingsschwester, in der schönen Schweiz das Licht der Welt. Erst während des Studiums zur Online-Redakteurin wurde ihr bewusst, was sie wirklich will. So beschloss sie, den Schritt aus dem stillen Schreibkämmerchen in die aktive Szene zu wagen, um das zu leben, was das Herz ihr zuflüstert: Eigene Geschichten schreiben.


ab 14 Jahren
280 Seiten
ISBN 978-3-646-60096-4
Preis: 3,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Ich möchte mich an dieser Stelle noch recht herzlich beim Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar bedanken!





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