Donnerstag, 16. März 2017

Die Prophezeiung der Hawkweed von Irena Brignull


erschienen bei Fischer Sauerländer

Zum Inhalt

Ember und Poppy kommen in derselben Gewitternacht in weit entfernten Teilen des Landes zur Welt. Durch einen mächtigen Fluch werden sie noch in der Sekunde ihrer Geburt vertauscht. So wächst das Mädchen Ember in einem Clan von Hexen auf. Und Poppy, die Hexe, in einer Kleinstadt in England.
Immer und überall spüren die beiden, dass sie anders sind und nicht dazugehören. Doch von der uralten Prophezeiung, die ihr Schicksal bestimmt, ahnen Ember und Poppy nichts. Erst als sie sich eines Tages gegenüberstehen, wissen sie, dass es höchste Zeit ist, für dieses Glück zu kämpfen. Koste es, was es wolle…
(Quelle: Verlag)


Zum Buch

Das Cover machte mich zuerst auf das Buch aufmerksam, denn es ist wirklich schön. Viele Details sind eingearbeitet worden, was mir gleich positiv ins Auge gestochen ist. An einer Geschichte über Hexen kann ich sowieso nie vorbeigehen – also musste dieses Buch einfach bei mir einziehen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die Bewertung eines Buches selten so schwer gefallen ist…

Die Story startet mit dem Prolog, der vor der Geburt von Ember und Poppy spielt. Hier wird einiges schon zu dem Fluch der Hawkweed und der Prophezeiung erklärt. Ebenfalls wird die Beziehung von Charlock und Raven unter die Lupe genommen. Ein guter Einstieg in die Geschichte. Das erste Kapitel fand ich sehr erschütternd. Es ging mir persönlich als Mutter sehr zu Herzen… Die gesamte Geschichte wird in der dritten Person geschildert. Ich fand es toll, dass es nicht um Hexen im Mittelalter geht, sondern in unserer Zeit spielt. So blieb der historische Faktor ganz außen vor. Die erste Szene im Anfangskapitel erschien mir identisch mit einer bestimmten Passage in Kami Garcias Sixteen Moons. Dies war mir aus dem Grund einfach zu platt.

Poppy und Ember sind die beiden Protagonistinnen der Story. Sie sind völlig unterschiedlich, haben aber eines gemeinsam: Sie sind beide in ihrer Welt Außenseiter. Einfach aus dem Grund, weil sie anders sind. Anders zu sein finde ich bei solchen Geschichten echt klasse, weil diese Figuren immer ihre Alleinstellungsmerkmale aufweisen. Beide Mädchen empfand ich auf ihre Art und Weise naiv, sympathisch waren sie mir aber trotzdem. Der Leser sieht ebenfalls, wie sehr sich Poppy und Ember im Laufe der Story verändern. Gerade bei Poppy ist mir dies stark aufgefallen, was nicht immer ganz positiv auszulegen ist. Ember hat eher den Charme und die Unwissenheit eines kleinen Mädchens, da sie nichts von der „realen Welt“ weiß. Dies war eigentlich ganz niedlich mitanzusehen. Und Poppy ist in diesen Szenen eine geduldige Ansprechpartnerin. Hier prallen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander, die eigentlich nur einen Steinwurf voneinander entfernt sind.
Embers Cousine Sorrel mochte ich gar nicht, sie hat eher den zickigen und leicht bösen Part zugewiesen bekommen. Egal ob es sich um Ember, Poppy oder Sorrel dreht – jedes dieser Mädchen lebt nicht das Leben, für das es vorgesehen war. Ziemlich traurig und auch beklemmend zu lesen.

Denn man wurde sehr einsam, wenn man nie so sein konnte, wie man wirklich war.
Seite 28

Insgesamt finde ich das Buch sehr düster und traurig. Es gibt wenig Positives von den Charakteren, da ist auch Leo keine Ausnahme. Jede Vorgeschichte ist fast schon schrecklich und einfach nur deprimierend, was mir mit der Zeit zu viel wurde.
Geschieht die erste Begegnung zwischen Poppy und Ember relativ früh im Buch, dauert es noch eine ganze Zeit, bis sich Poppy ihrer Herkunft bewusst ist. Das hat mich etwas gestört, weil man sie als Leser am liebsten einmal kräftig gerüttelt hätte. Ihre erste Begegnung mit Leo hat absolut etwas Magisches an sich. Eine weitere Erklärung dazu gibt es ziemlich spät im Buch und leider nur am Rande.

Das Lächeln enthüllte sie, offenbarte sie ohne die Tarnung und Fassade, hinter der die meisten Menschen ihre Gefühle verbergen.
Seite 69

Irena Brignull hat mich mit ihrem Jugendbuch-Debüt Die Prophezeiung der Hawkweed relativ gut unterhalten können. Sie hat eine interessante Welt um ihre Protagonisten herum erschaffen und die Entwicklung der beiden Mädchen gut herausgestellt. Die ganze Story hindurch passieren immer wieder Kleinigkeiten, die keinesfalls uninteressant waren. Doch ich hatte ständig das Gefühl, dass nun einmal etwas Größeres oder auch Bedeutsameres geschehen müsse. Etwas, was mehr in die Richtung der Prophezeiung geht. Ich kam mir oft wie auf einem Pulverfass vor. Die Geschichte plätschert ohne nennenswerte Ereignisse vor sich hin, die Atmosphäre ist sehr düster gehalten. Dann kommt der langersehnte Showdown, aber danach flachte die Story wieder etwas ab, bevor sie schlussendlich zum Ende kam. Auch dieses ist relativ offengehalten worden und nicht unbedingt typisch. Aber hier setze ich ganz stark auf Band 2. Durch den angenehmen und einfachen Schreibstil der Autorin fliegt die Geschichte um Hexen und Prophezeiungen nur so dahin. Nach längerem Überlegen habe ich mich für eine mittlere Bewertung entschieden, die mich 3 von 5 möglichen schwarzen Katzen vergeben lässt.



Die Reihe

Die Prophezeiung der Hawkweek
The Hawkweed Legacy (Originalausgabe erscheint voraussichtlich im August 2017)

Zum Autor

Irena Brignull wuchs in den Chiltern Hills im Südosten Englands auf und lebt heute mit ihrer Familie in London. Nach ihrem Studium der englischen Literatur in Oxford schrieb sie Drehbücher für preisgekrönte Kinoerfolge wie ›Shakespeare in Love‹, ›Die Boxtrolle‹ oder ›Der kleine Prinz‹. ›Die Prophezeiung der Hawkweed‹ ist ihr erstes Jugendbuch.

ab 14 Jahren
400 Seiten
übersetzt von Sibylle Schmidt
ISBN 978-3-7373-5424-0
Preis: 17,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag


An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

Kommentare:

  1. Huhu Claudia,

    ich glaube das Buch ist dann wohl eher nichts für mich. Ich stehe momentan eher auf spannende Bücher und eine dahinplätschernde Story hört sich nicht so gut an.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hey, Sandra,

      dann ist es wohl wirklich nicht das Richtige.

      LG:)

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